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	<title>Die Logistik des Varus</title>
	<link>http://www.logistik-des-varus.de</link>
	<description>Informationen zur Präsenz der Römer in Germanien</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Sep 2010 19:28:53 +0000</lastBuildDate>
	<docs>http://backend.userland.com/rss092</docs>
	<language>en</language>
	
	<item>
		<title>Varusschlacht &#8211; Wer die Germanen stört</title>
		<description><![CDATA[<p>Die aktuelle Ausgabe der PRISMA Beilage vom 03.Sept. 2010 (ein Hinweis von Christian Hinder) enthält einen interessanten Beitrag zum Thema Varusschlacht, der online unter  <a title="http://www.prisma.de/thema.2010_35_wer_die_germanen_stoert.html" href="http://www.prisma.de/thema.2010_35_wer_die_germanen_stoert.html" target="_blank">http://www.prisma.de/thema.2010_35_wer_die_germanen_stoert.html</a> verfügbar ist.<br />
<!--more--><br />
Es geht um die Aufarbeitung des Varus-Jahres und die zahlreichen Veröffentlichungen. Drei Beispiele werden gebracht:</p>
<blockquote><p>Am Anfang vom Ende stand eine Verführung. Varus ließ sich von Arminius zu einer, sagen wir, &#8220;germanischen Nacht&#8221; bezirzen und kam darin um. Diese Auffassung vertritt Wilm Brepohl in einem Büchlein, das im großen Arminius-Varus-Jahr 2009 mit seinen zahlreichen Publikationen zu diesem Thema ein wenig untergegangen ist: &#8220;Neue Überlegungen zur Varusschlacht&#8221;.</p>
<p>Aber auch sonst kommen die Deutschen von ihrer ins Germanentum vorverlegten Geburtsstunde nicht recht los. Der Historiker Peter Kehne rechnet &#8211; in den &#8220;<a title="http://www.nhv-lippe.de/htm/mitteilungen.htm#78" href="http://www.nhv-lippe.de/htm/mitteilungen.htm#78" target="_blank">Lippischen Mitteilungen</a>&#8221; &#8211; mit so ziemlich allem ab, was zum Bimillennium der Schlacht veröffentlicht wurde und verwirft überdies die These, bei Kalkriese im Wiehengebirge könne es sich um einen Schauplatz der Schlacht handeln.</p>
<p>Schließlich untermauert Dr. Rudolf Aßkamp, Direktor des Römermuseums in Haltern, in einer <a title="http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=22740" href="http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=22740" target="_blank">neuen Broschüre des Landesverbandes Westfalen-Lippe</a> seine Vermutung, das römische Militärlager in Haltern sei mit der legendären, weil nie lokalisierten Römerstadt Aliso identisch. Neben zahlreichen, oft kleinformatigen Fundstücken wird dies vor allem durch die Übereinstimmung von schriftlicher Überlieferung und archäologischer Ausgrabung bestätigt. Aliso, sagen die Quellen, wurde im Winter der Jahre 9 und 10 von den Germanen belagert. Genau das war, wie Archäologen nachweisen können, in Haltern der Fall.</p></blockquote>
<p>Anzumerken ist, dass der zu Haltern von Aßkamp genannte jahrgenaue Belagerungsbefund ausgesprochen fragwürdig ist. Die verfügbaren Methoden sind nicht so genau. Auch passen die Überlieferungen contra Aßkamp nicht gut zu Haltern als dem Lager Aliso. Die beste Analyse zu Aliso stammt immer noch von <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181">Paul Höfer</a>.</p>
<p>Kenes Aussagen zu Kalkriese stellen die aktuelle Fundsituation deutlich dar:</p>
<blockquote><p>Sodann wendet er sich dem vermeintlichen Schlachtschauplatz Kalkriese zu, der 1885 von Groß-Historiker Theodor Mommsen durch eine, wie sich damals schon bald erwies, fehlerhafte Auslegung von Münzfunden in einen Zusammenhang mit der Varusschlacht gerückt wurde.</p>
<p>Ähnliches widerfuhr Kalkriese, als 1987/88 ein Amateur-Ärchäologe neue Funde machte.</p>
<p>Kehne vermisst unter diesem Material allerdings jeglichen Hinweis auf die Varus-Legionen 19, 18 und 17, die im Sommer des Jahres 9 bis an die Weser vorgerückt waren und auf dem Rückmarsch ins linksrheinische Winterlager von Arminius zerrieben wurden.</p>
<p>Weiter vermisst er in Kalkriese jegliche Spur der Marterkreuze, Opfergruben und des Grabhügels, die vom Feldherrn und Kaiser-Kandidaten Germanicus im Jahre 16 aus Pietät am Schlachtort angelegt worden waren. Was die gefundenen Knochenreste angeht, summieren sie sich auf 17 Individuen; wenig für eine Schlacht.</p></blockquote>
<p>Quintessenz: Das Thema bleibt weiterhin aktuell!</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=335</link>
			</item>
	<item>
		<title>Vortrag: &#8220;Römischer Hohlweg über den Teutoburger Wald in Lippe?&#8221;</title>
		<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der AG Altertum trägt Dipl. Ing. Ewald Ernst am 16.9.2010 um 19:30 im Stadtarchiv Bielefeld (Rohrteichstraße) unter dem Titel &#8220;Römischer <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=134" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=134">Hohlweg über den Teutoburger Wald</a> in Lippe?&#8221; vor. Das Thema ist wahrscheinlich weiter gefasst, wie die Beschreibung &#8220;Bildvortrag über mögliche römische Bauten zwischen Rhein und Weser&#8221; vermuten lässt. Es wird wohl auch <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=10" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=10">Corvey</a> Thema sein.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=320</link>
			</item>
	<item>
		<title>Fernsehsendung zu Kalefeld</title>
		<description><![CDATA[<p>Auf NDR3 am 31.8. um 22:45 Uhr:</p>
<p><a title="http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/roemerschlacht102.html" href="http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/roemerschlacht102.html" target="_blank">http://www3.ndr.de/sendungen/45_min/hintergrund/roemerschlacht102.html</a></p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=330</link>
			</item>
	<item>
		<title>Begehung/Sondierung in Hiddenhausen</title>
		<description><![CDATA[<p>Für das nächste Wochenende 21./22.8. und bei gutem Wetter an den Folgewochenenden sind Begehungen/Sondierungen in Hiddenhausen durch Herrn Genreith angesetzt.</p>
<p>Es geht um ein mögliches Römerlager: <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=249" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=249">http://www.logistik-des-varus.de/?p=249</a></p>
<p>Herford, Hiddenhausen, Heidestraße / Auf dem Hagen</p>
<p><a title="http://maps.google.com/maps/ms?client=ubuntu&amp;channel=fs&amp;oe=utf-8&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Hiddenhausen,+Deutschland&amp;ei=CaNtTKzLIYSXOL-gkKoO&amp;ved=0CBwQ8gEwAA&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=103853022127518056080.0004800435283bad221ed&amp;t=h&amp;ll=52.156558,8.609848&amp;spn=0.008767,0.013711&amp;z=16" href="http://maps.google.com/maps/ms?client=ubuntu&amp;channel=fs&amp;oe=utf-8&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Hiddenhausen,+Deutschland&amp;ei=CaNtTKzLIYSXOL-gkKoO&amp;ved=0CBwQ8gEwAA&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=103853022127518056080.0004800435283bad221ed&amp;t=h&amp;ll=52.156558,8.609848&amp;spn=0.008767,0.013711&amp;z=16" target="_blank">Google Map</a></p>
<p>Gäste sind willkommen, so heisst es.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=315</link>
			</item>
	<item>
		<title>Wieder Varusthema &#8211; AG Altertum, Bielefeld 20.5.10</title>
		<description><![CDATA[<p>Die Arbeitsgruppe Altertum trifft sich am kommenden Donnerstag, dem 20. Mai wieder unter der Überschrift:</p>
<ol>
<li>&#8220;Keine Spur von Germanicus ?&#8221; Kritische Fragen aus althistorischer Sicht und provinzial-römischer Archäologie.</li>
<li> &#8220;Tonnenweise Getreide&#8221; für die Legionen in Germanien. Welche Nachschub-Entfernungen waren denkbar ?</li>
<li> &#8220;Wer hat an der Uhr gedreht ?&#8221; Unsichere Datierung der Römerlager Haltern und Anreppen.</li>
<li> Auswirkungen der Punkte 1-3 auf die Suche nach dem Sommerlager des Varus</li>
</ol>
<p>Termin: Donnerstag, 20.Mai 2010, 19:30 im Stadtarchiv Bielefeld, Rohrteichstr. 19.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=311</link>
			</item>
	<item>
		<title>Sondagekampagne am Hornschen Weg, Oesterholz</title>
		<description><![CDATA[<p>Für den kommenden Freitagmorgen (23.4.2010, 09:15) ist im Rahmen des Vereins <a title="http://www.arminiusforschung.de/" href="http://www.arminiusforschung.de/" target="_blank">Arminusforschung</a> am Hornschen Weg in Oesterholz ein Sondengang geplant.  Alle Interessierten sind eingeladen mit anzupacken. Beginn wird 9.15 Uhr Ecke Fürstenallee/Einfahrt Aussiedlerhof Heuwinkel sein. Für den Sondengang liegt die Genehmigung vor &#8211; der Weg gehört dem Landesverband.</p>
<p>Der Hornsche Weg ist eine Fortsetzung des <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=134" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=134">Hohlwegs auf der Großen Egge</a>.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=308</link>
			</item>
	<item>
		<title>Ein offener Brief von Horst Leiermann</title>
		<description><![CDATA[<h3 style="text-align: right;">3.4.2010</h3>
<h3>An<br />
Seine Eminenz<br />
F.J. Becker, Erzbischof</h3>
<h3>Domplatz<br />
D-33098 Paderborn</h3>
<p><strong>Betr.: Eroten in der Klosterkirche Corvey</strong></p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_282" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/leiermann01.jpg" rel="lightbox[277]"><img class="size-full wp-image-282" title="leiermann01" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/leiermann01.jpg" alt="nackter Reiter" width="500" height="354" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p><!--more--></p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_283" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/leiermann02.jpg" rel="lightbox[277]"><img class="size-full wp-image-283" title="leiermann02" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/leiermann02.jpg" alt="Drachenreiter" width="500" height="384" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Eminenz,</p>
<p>Sex beginnt oft mit der Ansicht nackter Körper.<br />
In Natura oder im Bild.<br />
In den Schlössern gibt es viele erotische Bilder: Venus, Leda mit dem Schwan.<br />
In Klöstern fehlen solche Bilder. Natürlich. Erst recht in Klosterkirchen.</p>
<p>Die Wandbilder nackter Eroten in der Klosterkirche Corvey<br />
sind dazu kein Widerspruch, denn<br />
nach meiner Meinung sind es römische Bilder, übermalt von den Mönchen<br />
als sie 822 in der Villa UXERRI das Kloster einbauten.</p>
<p>Bitte schaffen Sie &#8211; in der jetzigen Diskussion &#8211; hier Klarheit:</p>
<p>- Halten Sie Mönche für die Urheber dieser erotischen Bilder?<br />
- Falls ja, was bezweckten die Mönche mit den Bildern?</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Ihr Horst Leiermann</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=277</link>
			</item>
	<item>
		<title>Römerlager in Hiddenhausen &#8211; Licht und Schatten bei einem Vortrag im Bielefelder Stadtarchiv</title>
		<description><![CDATA[<p>&#8220;Ein Römerlager in Hiddenhausen?&#8221; Ein interessantes Thema für einen <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=247" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=247">Vortrag</a>, das hier bereits früher einen <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=215" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=215">Hinweis</a> wert war. Also auf nach Bielefeld &#8230; 19:20 im Stadtarchiv. Der Saal ist leidlich gefüllt, der Beamer zeigt das folgende Bild:</p>
<div id="attachment_251" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/genreith.jpg" rel="lightbox[249]"><img class="size-medium wp-image-251" title="Startbild" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/genreith-300x238.jpg" alt="" width="300" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Startbild</p></div>
<p>Kleine Überraschung &#8230; falscher Film? Gibt es noch einen Vortrag? Nein, gibt es nicht, und so war der erste Teil des Vortrags nur mit viel Gleichmut erträglich, denn hier referierte ein echter Kalkriese-Apologet. Gleich zu Anfang wurde eine Fixierung auf Münzen deutlich, die auch später noch eine Rolle spielte. Trotz allem gab es auch in diesem Abschnitt ein paar nützliche Hinweise. Vermisst wurden Argumente <em>für</em> Kalkriese. Das ganze gipfelte stattdessen in dem Argument, die Gegner von Kalkriese könnten schließlich nicht beweisen, dass Kalkriese nicht der Ort der Varusschlacht sei. Das muss man nicht weiter kommentieren.<br />
<!--more--><br />
Anderes ist aber durchaus einer Bemerkung wert. Der Vortragende Heribert Genreith lässt nur Cassius Dio gelten, also die Quelle mit dem weitesten Abstand zum Geschehen, die auf den Senatsakten basiert, die -  so die Aussage von Cassius Dio selbst &#8211; seit dem Beginn der Kaiserzeit gefälscht wurden. Was für eine sichere Basis! Was ist mit Paterculus, mit Florus und mit Frontinus? Auch aus Tacitus Annalen lässt sich zumindest indirekt etwas folgern! Und diese Quellen besagen alle <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=184" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=184">etwas anderes als das</a>, was Dio schreibt.</p>
<p>Egal! Es folgt also die übliche Marsch-Theorie, am Ende landet man in Kalkriese. Wohlweislich geht der Vortragende nicht auf die Situation vor Ort ein mit Ausnahme der Knochengruben, die nun mal kein Tumulus sind, trotzdem aber Kalkriese als einziges kompatibel zur Varusschlacht machen sollen. 100 Meter Wall mit einigen wenigen Kampfspuren, einige wenige nachbeerdigte Leichenreste, dass muss in Kalkriese für die Varusschlacht herhalten. Aber die Münzen &#8230; die Münzen &#8230; die Münzfunde passen auch nicht wirklich zu einem Schlachtgeschehen, das hat <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181">Höfer</a> deutlich heraus gestellt. Auch Genreith nennt den Kalkrieser Münzhorizont &#8220;zivil&#8221;. Kombiniert mit der Aussage, dass der Tross des Varus im &#8220;ersten&#8221; Lager verbrannt worden sein soll und die Zivilisten des Zuges anschließend in Aliso wieder auftauchen, also nicht mehr mit den Soldaten weiter zogen &#8230; zieht Kalkriese schon wieder eine Niete. Aber darüber wird geschwiegen.</p>
<p>Kalkriese ist und bleibt ganz, ganz wackeliger Boden bezüglich Varus, aber das will Genreith nicht zur Kenntnis nehmen. Dann begibt sich der Vortragende auf die Suche nach dem Sommerlager des Varus. Gemäß der Marschtheorie kann es überall sein. Nach der Lagertheorie ist der Ort der Varusschlacht jedoch das Sommerlager selbst. Nun erst wird es wirklich interessant, denn Heribert Genreith schlägt einen Bogen weit mach Osten, bringt Römerfunde in Oschersleben, Magdeburg und Barby. Kennt er die Arbeiten von <a title="http://www.varusschlacht-am-harz.de/" href="http://www.varusschlacht-am-harz.de/" target="_blank">Friebe</a>? Verweisen tut er darauf zumindest nicht. Das Sommerlager verortet er unter Hildesheim. Römer in Hildesheim? Das ist auch nichts <a title="http://www.idistaviso.de/" href="http://www.idistaviso.de/" target="_blank">Neues</a>. Es sei zudem erinnert an die Arbeiten von Hans Dobbertin und Horst <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=59" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=59">Leiermann</a> (Gelbbuch 2). Genreith sieht den Grundriss eines Lagers mit 1 km<sup>2</sup> Fläche unter der kompletten Hildesheimer Altstadt und verweist auf den Hildesheimer Silberschatz.</p>
<p>Es ergaben sich zudem ein paar interessante Hinweise, denen nachzugehen sein wird. So verweist er auf Hildesheimer Ausgrabungen, bei denen unter den mittelalterlichen Funden, römische Fundstücke auftauchen, die aber gemäß herrschender Doktrin als Nachahmungen römischer Arbeiten gelten müssen. Das <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=10" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=10">erinnert</a> fatal an die Situation in <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=95" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=95">Corvey</a> mit dem Westwerk.</p>
<p>Der Vortragende lässt Varus gemäß Dio vom Sommerlager in Hildesheim aus eine unspezifizierte Zahl von Tagen gegen Westen ziehen. Die Wege identifiziert er über Münzfunde, bezieht sich dabei auf Bökemeier. Auf der Knetterheide bei Bad Salzuflen kommt es dann zur ersten Begegnung in der Varusschlacht mit den Germanen. Hat er diesen Ort von Höfer? Wenn ja, hat er den Rest des <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181">Buches</a> offensichtlich nicht gelesen. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Berechnung der gesamten Trosslänge der Varuslegionen. Genreith kommt auf 54 km! Zusätzlich berechnet er die Tagesleistung der Legionen, wenn sie Partisanenangriffen ausgesetzt sind, auf 15 km.</p>
<p>Auf der Suche nach dem ersten Lager des Varus schlägt er einen Bogen von 15 km um die Knetterheide und von 45 km um Kalkriese (Dio Bericht). In der Schnittmemge der Kreise fällt ihm Hiddenhausen bei Herford auf. Nun <em>endlich</em> sind wir beim Thema des Vortrags. GoogleEarth zeigt einen &#8220;Brandhorizont&#8221; an einer Stelle, genannt  &#8220;Auf dem Hagen&#8221;. Dieses Gebiet ist schon seit ca. 1930 archäologisch auffällig mit kaiserzeitlichen Funden. Dort finden sich Gräberfelder mit interessanten &#8220;Beigaben&#8221;, z.B. Nägel, Beschlagteile von Wagen etc. (Ravenbsberger Gruppe). Genreith vermutet hier die Verbrennung des Trosses des Varus sowie die Brandbestattung der Opfer des ersten Angriffs.  Das Lager des zweiten Tages verortet er in Riemsloh bei Melle in weiteren 15 km Entfernung. Luftaufnahmen von Hiddenhausen wie auch von Riemsloh zeigen identische Spuren eines möglichen &#8220;Stabsareals&#8221;. Von Riemsloh sollen die restlichen Truppen dann nach Nordwesten über das Wiehengebirge gedrängt worden sein, um schließlich in Kalkriese zu enden.</p>
<p>Zurück nach Hiddenhausen folgen nun endlich Bilder von den Untersuchungen, den verwendeten Geräten und den Funden. Spannend sind die für die Römerzeit typischen Nägel, die es aber auch später in dieser Form gab. Die verschiedenen Möglichkeiten, einen Nagel herzustellen, sind leider begrenzt. Die Ähnlichkeit mit den Metallfunden am <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=134" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=134">Hohlweg</a> auf der &#8220;Großen Egge&#8221; fällt jedoch ins Auge. Es folgen Bilder vom <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=215" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=215">Goldfund</a> und ein Ausblick auf zukünftige Aktivitäten in Hiddenhausen. Nach 3 1/2 Stunden ist es dann geschafft. Weitere Informationen finden sich auf der <a title="http://www.genreith.de/513/index.html" href="http://www.genreith.de/513/index.html" target="_blank">Homepage</a> (Tandem Vipera) des Vortragenden, eine hinlänglich bekannte pro-Kalkriese Seite.</p>
<p>Es dürfte interessant sein, die Funde von Hiddenhausen im Lichte anderer Theorien (ohne Cassius Dio und die Folgen) zu betrachten. Genreith betrachtet Hiddenhausen ausschließlich im Umfeld der Varusschlacht und datiert dafür die Gräber der Ravensberger Gruppe in diese Zeit. Es geht aber auch anders und ganz ohne Varus: man belässt die Gruppe zeitlich dort, wo sie bisher datiert ist, verschiebt die Wall- und Lagerreste ebenfalls in diese Zeit, die dann auch zum Goldmünzenfund passen würden. Seit den Funden von <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=104" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=104">Kahlefeld</a> sind römische Operationen im 3./4.  Jahrhundert in dieser Gegend kein Tabuthema mehr.</p>
<p>Man darf auf weitere interessante Funde in Hiddenhausen gespannt sein.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=249</link>
			</item>
	<item>
		<title>Römerlager in Hiddenhausen?</title>
		<description><![CDATA[<p>NW Bielefeld 17.02.10. Über die Frage „Römerlager in Hiddenhausen?“ referiert am Donnerstag, 18. Februar, Dr. Heribert Genreith im Stadtarchiv an der Rohrteichstraße 19 – ab 19.30 Uhr. Es lädt ein: der Historische Verein.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=247</link>
			</item>
	<item>
		<title>Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen …</title>
		<description><![CDATA[<h4>Kassensturz zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 2009, Kreis Lippe schießt Geld nach.</h4>
<h3>Ein Kommentar zu <a title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=233" href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=233">LZ Ausgabe vom 23.12.2009, Seite 9</a><br />
von Christian Hinder</h3>
<p>Am Ende zählt was raus kommt. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten 2009 für den Kreis Lippe leider ein Minus. Im Ergebnis ein Minus für die BürgerInnen der Region, für das sie nun auch noch zahlen dürfen. Das wäre halb so schlimm wenn für die Region zum Thema 2009 wenigstens irgendetwas an nachhaltigen Effekten geschaffen worden wär. Etwas worauf man in Zukunft aufbauen könnte. Aber das ist nicht zu erkennen. Da erschließt sich kein Horizont. Außer Kosten nix gewesen.  Wie sieht die Bilanz der Aktivitäten 2009 für die Region aus, was ist dabei rumgekommen?<br />
<!--more--><br />
Die angepeilten Besucherzahlen die zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 2009 kommen sollten, schätzte man im Vorfeld auf wenigstens 450.000, wurden aber mit 200.000 Besuchern um mehr als die Hälfte unterschritten. Die Themen waren wohl nicht so ansprechend gewählt, als das man aus München, Stuttgart, Frankfurt oder aus Hamburg  ins Lipperland  reisen wollte. Es gab ja auch nichts wirklich authentisches, nichts wirklich Reales. Dafür wurde man fürchterlich abgestraft.</p>
<p>Trotzdem versucht man nun der Öffentlichkeit den Misserfolg als Erfolg zu verkaufen. Das war zu erwarten. Vorwärts immer – Rückwärts nimmer…  Natürlich sollen etwa die Übernachtungszahlen gar ums 20 (!) Prozent bedingt durch die Besucher der Veranstaltungen gestiegen sein…  und der Einzelhandel hätte auch was davon gehabt….</p>
<p>Ist doch alles super gelaufen 2009….  Schilda lässt grüßen.</p>
<p>Stimmt nicht?!  Alles Quatsch?!  Sie haben Recht. Immer eine Frage der Sichtweise. Denn es gibt natürlich auch Gewinner. Die mindestens 7 Millionen EUR, die es an öffentlichen Mitteln für die Beteiligten der verschiedenen öffentlichen Verwaltungen gab hat man für sich gesichert und seine Interessen eingesetzt. Die Gewinner des Jubiläumsjahres stehen somit eindeutig fest, standen schon von Beginn an fest.</p>
<p>Die Stadt Detmold hat das Trottoir seiner Innenstadt  und die Ameide „aufgehübscht“, das Landesmuseum Detmold hat die Gelegenheit genutzt sein Museum mit öffentlichen Geldern aufzufrischen. Alle Beteiligten haben sich allerhand schickes für sich selbst geleistet. Zu erwähnen wäre dann ja noch die Waldbühne am Hermannsdenkmal.  Alles toll oder? Alles unbedingt und unmittelbar themenbezogen geschaffene  „Mehrwerte“ …</p>
<p>Was aber bleibt angesichts der getroffenen Investments an nachhaltigen Effekten für die Zukunft. Für die Hotel- &amp; Restaurantgastronomie, für den Einzelhandel der Region? Für die BürgerInnen des Kreises Lippe – und für zukünftige Besucher?  Haben letztere bei den Planungen überhaupt eine Rolle gespielt?</p>
<p>Tja, da fragen sie sich doch mal selbst. Ist irgendwas zum Thema geschaffen worden auf dem man nachhaltig aufbauen kann? Fällt ihnen dazu irgendwas ein? Nichts..? So rein gar nichts?  Eben. Um dieses Ergebnis zu erreichen haben sich der Kreis Lippe, die Stadt Detmold und der Landesverband Lippe mindestens 5 Jahre Zeit genommen. Denn solange liefen die Planungen und Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten 2009.</p>
<p>Wie hoch belaufen sich eigentlich die Kosten für diesen Part..?</p>
<p>So stellt sich also die berechtigte Frage:  für wen waren die Gelder zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 2009 eigentlich gedacht?  Für die Sanierung der öffentlichen Hand oder für die Schaffung von nachhaltigen Effekten für die Menschen der Region und die Besucher?</p>
<p>Nur mal angenommen die mind. 7 Mio EUR an öffentlichen Geldern wären wirklich und tatsächlich für die Menschen der Region bestimmt gewesen – man hätte sie lieber direkt auf die Konten der BürgerInnen überweisen sollen….</p>
<p><strong>2009 bleibt im Ergebnis für die LiperInnen das Jahr der vertanen Chancen und Möglichkeiten – ohne Effekte für die Zukunft.</strong></p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=236</link>
			</item>
	<item>
		<title>Minus aus Varusjahr abgesegnet &#8211; 200 000 Euro mehr</title>
		<description><![CDATA[<h3>Lippische Landeszeitung 23.12.2009</h3>
<p><strong>Kreis Lippe</strong>. Mit einer knappen Mehrheit hat der Kreistag die überplanmäßigen Aufwendungen des Kreises Lippe für das Varusjahr genehmigt. CDU, Grüne und Freie Wähler sprachen sich für die Bewilligung der zusätzlichen 200.000 Euro aus, SPD, FDP und Die Linke stimmten dagegen.</p>
<p>„Wir können nicht nachvollziehen, warum die politischen Gremien nicht eingebunden worden sind. Es ist nicht gut, wie mit dem Parlament umgegangen wird“, sagte Kurt Kalk-reuter (SPD). Ähnlich äußerte sich Markus Schiek (FDP): „Es ist klar, dass sich die Kosten nicht auf den Cent genau berechnen lassen. Die Sitzung eines Ausschusses hätte ich aber für angebracht gehalten.“ Tatsächlich waren die Fraktionen am 1. Dezember in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur erstmals über die überplanmäßigen Ausgaben informiert worden. Kämmerer Frank Schäfer weiß nach eigenen Angaben seit etwa vier Wochen von dem Defizit. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Sponsor abgesprungen. „Wäre dies nicht passiert, hätte es überhaupt keine Mehraufwendungen gegeben“, erklärte Schäfer.</p>
<p>Ursprünglich im Haushalt veranschlagt hatte der Kreis 1,8 Millionen Euro an Aufwendungen und 1,1 Millionen an Erträgen. Da sich die Einnahmen um 100.000 Euro erhöhten, bleibt unterm Strich ein Minus von 100.000 Euro. Dieses soll durch das Budget aus dem Fachbereich 1 gedeckt werden. (jab)</p>
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		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=233</link>
			</item>
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		<title>Kalkriese &#8211; Millionen für den Schornstein ?</title>
		<description><![CDATA[<h3>Punz- &amp; Ritzinschriften der Varus Legionen in der Egge gefunden</h3>
<h3>Funde des Dr. Peter Eisermann belegen Präsenz der Varus Legionen in der Lippe-Region</h3>
<h4>von Christian Hinder</h4>
<p>Peinlich  peinlich …. den Verantwortlichen in Kalkriese droht ein Desaster. Denn für eine handfeste Sensation sorgen die Funde eines promovierten Zahnarztes aus dem hohen Norden Deutschlands. Und bringt Kalkriese dadurch in eine prekäre Lage.</p>
<p>Siebzehn Jahre lang  forschte Herr Dr. Eisermann in der Teuto-Egge Region auf eigene Faust und eigene Kosten  und wurde für seine Mühen belohnt.<br />
<!--more--><br />
Was der Varus Forscherin Wilbers Rost nach über zwanzig Jahren Grabungen und Förderung durch die öffentliche Hand in Kalkriese nicht gelungen ist,  Herr Dr. Eisermann hat dies geschafft. Römische Militaria, welche die Insignien der Varus Legionen tragen. Fündig wurde Herr Dr. Eisermann in der Egge, Kreis Höxter.  Auf den folgenden Bildern sehen Sie  Funde des Herrn Dr. Eisermann mit den  Zeichen der XIX. und XVII. (Varus) Legionen. Die Bilder werden mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Peter Eisermann veröffentlicht.</p>
<div><img class="size-full wp-image-222" title="Funde in Reelsen" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/pe01.jpg" alt="Funde in Reelsen" width="500" height="385" /></div>
<div><img class="size-full wp-image-223" title="Funde in Reelsen" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/pe02.jpg" alt="Funde in Reelsen" width="500" height="385" /></div>
<div><img class="size-full wp-image-224" title="Funde in Reelsen" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/pe03.jpg" alt="Funde in Reelsen" width="500" height="384" /></div>
<div><img class="size-full wp-image-225" title="Funde in Reelsen" src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/pe04.jpg" alt="Funde in Reelsen" width="409" height="220" /></div>
<p>In Kalkriese hat man während der Grabungskampagnen in den zurückliegenden 20 Jahren über 5.000 Funde gemacht &#8211; nennt sich dort &#8220;Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH Museum und Park Kalkriese&#8221; &#8211; aber kein einziger Militaria-Fund trägt die Zeichen auch nur einer der Varus Legionen.</p>
<p>Durchaus ein Grund dafür, dass man dort geradezu verzweifelt versucht eine plausible „Indizienkette“  zu konstruieren um den selbsterhobenen Anspruch zu rechtfertigen. Für die eigenen archäologischen Phantasien  gab es dann über Jahre hinweg unzählige Millionen an öffentlichen Mitteln. Nicht zu verschweigen ein Museum.</p>
<p>Ein Beleg dafür, wie die Kalkriese-Funde der eigenen Varusschlacht These untergeordnet werden müssen, sind z.B. die (Kalkriese)Funde welche die Insignien der  I. &amp; der V. Legion  tragen und in Kalkriese einfach neu interpretiert worden sind, obgleich dort ein Gutachten aus Madrid vorliegt, welches die V. Legion belegt.</p>
<p>Was wäre eigentlich so schlimm für Kalkriese daran, wenn die Dinge ganz anders sind als man es der Öffentlichkeit sagt? Ein spannender archäologischer Ort bleibt Kalkriese ja nun dennoch. Dazu gehört aber Mut. Der Mut zur Wahrheit. Ob die Amtsforschung dazu in der Lage ist?</p>
<p>Schaun mer mal was der Politik nun an neuen  „Wahrheiten“ zur Rettung des politisch ideologisch motivierten Projektes Kalkriese so einfallen wird.</p>
<p>Die Internetseite des Dr. Peter Eisermann mit Funden und Interpretationen finden Sie unter:</p>
<p style="text-align: center;"><a title="http://www.extersteine.com/" href="http://www.extersteine.com/" target="_blank">http://www.extersteine.com/</a></p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=219</link>
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		<title>Hiddenhausen: Römische Goldmünzen ausgegraben</title>
		<description><![CDATA[<h3>Neue Westfälische, 27.10.2009</h3>
<p><strong>Hiddenhausen (lnw)</strong>. Ein Hobby-Archäologe und seine Profi- Kollegen haben in Hiddenhausen im Kreis Herford neun römische Goldmünzen gefunden. &#8220;Die neun Münzen bestehen aus reinem Gold&#8221;, sagte Yasmine Freigang vom Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag.</p>
<p>Sie stammen aus der 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts. Ihr Wert dürfte bei rund 10.000 Euro liegen, hieß es. Das Gutachten stehe aber noch aus. Der Fund steht dem Grundstücksbesitzer und den Findern zu. Weitere Schätze seien dort nicht mehr zu finden, betonte Freigang.</p>
<p><a title="http://www.nw-news.de/owl/3208960_Roemische_Goldmuenzen_ausgegraben.html" href="http://www.nw-news.de/owl/3208960_Roemische_Goldmuenzen_ausgegraben.html" target="_blank">Mehr</a>.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=215</link>
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		<title>Spiegel-Online: Das Geheimnis der geopferten Armee (14.09.09)</title>
		<description><![CDATA[<h3>Germanischer Götterkult</h3>
<h4>Von Angelika Franz</h4>
<p>Grausiger Fund von Studenten in Dänemark: Hunderte zerschlagener Skelette lagen unter den Wiesen eines idyllischen Tals &#8211; Überreste besiegter Soldaten, die Germanen den Göttern geopfert hatten. Archäologen wollen nun herausfinden, woher die fremde Armee kam.</p>
<p><a title="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,647876,00.html" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,647876,00.html" target="_blank">Mehr &#8230;</a></p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=213</link>
			</item>
	<item>
		<title>Buchvorstellung: Der Parzival-Code und die Externsteine</title>
		<description><![CDATA[<h3>Die Suche nach der Gralsreliquie</h3>
<h4>Ein Roman von Achim Köppen und Horst Burger</h4>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><strong>Einladung zur Buchvorstellung</strong></span></p>
<p>Mit dem Co-Buchautor und Hobby-Archäologen Horst Burger</p>
<p>Am Donnerstag, 8. Oktober, um 20.00 Uhr<br />
in der Bücherstube Oelschläger,<br />
Lange Str.46  in 32312  Lübbecke.<br />
<!--more--><br />
<strong>Über das Buch:</strong></p>
<p>Der Archäologe Georg Lang erhält einen merkwürdigen Auftrag von einer geheimen Organisation: Er soll mit seinem Gammastrahlen-Detektor Messungen in einer Höhle der Externsteine durchführen. Lang misstraut dem Auftraggeber und geht der Sache gemeinsam mit seinem Freund Dr. Richard Bauer auf eigene Faust nach.<br />
Immer mehr deutet darauf hin, dass die Höhle ein Geheimnis birgt, das seit Jahrhunderten verborgen war. Die beiden Forscher unternehmen eine Reise in die Vergangenheit und entdecken Unglaubliches &#8230;</p>
<p>Dieses Buch ist mehr als nur ein Roman!</p>
<p>Dipl.-Ing. Horst Burger hat persönlich Untersuchungen in den Externsteinen durchgeführt und ist auf sensationelle Ergebnisse gestoßen.</p>
<p style="text-align: center;">Machen Sie sich auf eine Überraschung gefasst!</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=209</link>
			</item>
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		<title>Vortrag &#8220;Varuschlacht: Lager contra Marschthese&#8221;</title>
		<description><![CDATA[<p>Dr. Manfred Millhoff trägt über das Thema &#8220;Varuschlacht: Lager contra Marschthese&#8221; vor.</p>
<p>Wann?   Freitag 09.10.2009, 19:00</p>
<p>Wo?     Hotel am Iberg/Mügge in  Währentrup/Oerlinghausen</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=201</link>
			</item>
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		<title>Legal, illegal … – neue Millionen für eine Chimäre?</title>
		<description><![CDATA[<h3><strong>Varus Forscherin Wilbers Rost fordert neue Gelder für Kalkriese</strong></h3>
<h4><strong>von Christian Hinder</strong></h4>
<p>Dumm ist wer Dummes tut. Das Jubiläumsjahr 2009 neigt sich allmählich dem Ende und schon richtet man in Kalkriese den Blick nach vorn. Eine erklägliche Summe von  mindestens 5 Millionen EUR an öffentlichen Geldern hat man dort für das Ausrichten der Aktivitäten erhalten, die in Zusammenhang mit den Feierlichkeiten 2009 stehen.</p>
<p">Seit nunmehr 20 Jahren wird in Kalkriese gegraben und geforscht. Den Beweis für den selbstverpassten Titel „Ort der Varusschlacht“  zu sein, bleibt man in Kalkriese der Öffentlichkeit indes weiterhin schuldig. Stattdessen setzt man dort auf die Strategie seine Existenz mittels einer „Indizienkette“ zu rechtfertigen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Da man frisches Geld für zukünftige Grabungen und für das Projekt braucht, bedient man sich in Kalkriese nun eines altbewährten Tricks, geht fröhlich in die Presse und beglückt die Öffentlichkeit mit  „neuen Funden“ und gaukelt vor, nun aber den Durchbruch geschafft zu haben. Schließlich werde man sich sicherer und noch immer sicherer.</p>
<p>Aber um richtig sicher gehen zu können, so wirklich und richtig sicher, also definitiv sicher, tja, dazu benötige man in Kalkriese – na was wohl? Geld natürlich, neues, frisches öffentliches Geld. Sicher, das war zu erwarten. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Der Preis für die wissenschaftliche Sicherheit eben.</p>
<p>So wie man es in Kalkriese seit vielen Jahren wieder und wieder tut. Ohne dadurch jedoch an Glaubwürdigkeit zu gewinnen (gezielte Desinformation nennt man das bei politisch ideologisch motivierten Projekten).</p>
<p>Beweise“, die einen wissenschaftlichen Horizont zur Varusschlacht These nur denjenigen erschließen lassen, der in Kalkriese beschäftigt ist oder von dem Kalkriese-Projekt seine Daseinsberechtigung finanziert.  Frech und unverhohlen spielt man mit seinem wissenschaftlichen Titel, dem damit in aller Regel verbundenen öffentlichen Ansehen, um die „Beweise“ glaubwürdiger erscheinen zu lassen. </p>
<p>Eine Fiktion wird aber nicht dadurch glaubwürdiger indem man sie ständig wiederholt. Eine höchst befremdliche Form der Selbstwahrnehmung oder Eigenreflektion. Die verbeamtete Amtsforschung leidet dort ganz offensichtlich zunehmend unter anhaltendem Realitätsverlust. Gar unter eine Varus-Psychose?</p>
<p>In vergleichbaren Fällen würde man die Forderungen der Varus Forscherin Wilbers Rost als skrupellos bestenfalls respektlos auf jeden Fall aber als unbegründet gegenüber der seriösen wissenschaftlichen Forschung bezeichnen. In Kalkriese scheint man sich sicher und wohl in dem Bewusstsein, das die Politik es für Kalkriese erneut richten wird. So wie die Länder Niedersachsen und NRW es bei der politischen Absprache zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 2009 schon mal getan haben und der Region OWLippe  einen irreparablen Schaden beschert haben.</p>
<p>Ähnliche Vorgänge kennt man eigentlich nur aus Fernseh-Dokus, wenn dort über unfreie Bananenrepubliken deren totalitären Machthabern und ihren Machenschaften berichtet wird.</p>
<p>So verkommt die Wissenschaft zunehmend und demontiert sich für Geld selbst.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=194</link>
			</item>
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		<title>WB 09.09.2009 &#8211; Kalkriese zeigt neue archäologische Funde</title>
		<description><![CDATA[<h4>400 Meter langer Wall der Germanen entdeckt – keine Hinweise auf Ort der Varusschlacht</h4>
<p><strong>B r a m s c h e</strong> (dpa). Bei Ausgrabungen in Kalkriese haben Archäologen weitere Hinweise auf Kämpfe zwischen Germanen  und Römern entdeckt. Neues zur Datierung der Ereignisse gibt es nicht.</p>
<p>Nach Informationen der archäologischen Leiterin Susanne Wilbers- Rost konnte im Boden des Fundorts nördlich von Osnabrück  das Material eines von den Germanen als Hinterhalt errichteten Walles nachgewiesen werden. Außerdem seien Kampfspuren und zahlreiche Gegenstände gefunden worden.<br />
<!--more--><br />
Die Archäologen legten zwei römische Pferdegeschirranhänger,  Münzen, Sandalennägel, Metallteile von Lanzen und das Bruchstück  eines gläsernen Auges frei.</p>
<p>Susanne Wilbers-Rost gab gestern zu, dass die Auswertung der Fundstücke keine Hinweise auf das genaue Datum der Kämpfe lieferten  – Kalkriese behauptet seit knapp 20 Jahren, dort habe 9. n.Chr. die Varusschlacht stattgefunden.</p>
<p>Die neuen Untersuchungen in Kalkriese bei Bramsche begannen  im Juli und sollen noch bis Oktober dauern. Die Archäologen  konnten anhand von Bodenverfärbungen den Verlauf des einstmals 400 Meter langen Walls nachweisen.  Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler war der aus Holzstangen,  Flechtwerk und Brettern bestehende Wall schon während der Kampfhandlungen teilweise eingestürzt. »Die Römer haben ihn vermutlich zu überrennen oder  einzureißen versucht«, sagte Susanne Wilbers-Rost.</p>
<p>1987 hatte ein englischer Offizier in Kalkriese die ersten Spuren eines Kampfes zwischen Römern und Germanen entdeckt. Daraufhin begannen systematische Ausgrabungen.</p>
<p>Seit Ende der 80er Jahre haben die Archäologen Funde auf einer Gesamtfläche von 30 Quadratkilometern gemacht. Umstrittenen  Angaben zufolge wurden die Römer in Kalkriese in einen Partisanenkampf verwickelt, als sie eine Engstelle zwischen  einem Berg und einem Moor passierten. Die Enge war von dem  vier Meter breiten und bis zu zwei Meter hohen Wall flankiert. »Es  sieht so aus, dass der Wall gezielt für den Angriff angelegt wurde«, sagte Susanne Wilbers-Rost.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=189</link>
			</item>
	<item>
		<title>Paul Höfer: Die Varusschlacht. Eine reichlich verspätete Rezension</title>
		<description><![CDATA[<h3>von Andreas Otte</h3>
<h4>aus <a href="http://www.fantomzeit.de/?p=1563" title="http://www.fantomzeit.de/?p=1563" target="_blank"><em>Zeitensprünge</em> 2/2009</a></h4>
<p align="JUSTIFY"><em>Das im Folgenden besprochene und vorgestellte Buch </em>Die Varusschlacht, ihr Verlauf und ihr Schauplatz <em>von Paul </em><em>Höfer</em><em> ist im Jahre 1888 erschienen, also vor über 120 Jahren. Dass es trotzdem Sinn macht, ein so altes Buch vorzustellen, wird sich im Folgenden zeigen. Anlass ist natürlich das Jahr 2009 als Jubiläumsjahr der Varusschlacht, eine <a href="http://www.fantomzeit.de/" title="http://www.fantomzeit.de/" target="_blank">mittelalterliche Phantomzeit</a> einmal unberücksichtigt gelassen.</em></p>
<p align="CENTER"><strong>Zur Person</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Paul Höfer wurde in Craja (heute Kraja, Kreis Nordhausen) am 11. März 1845 geboren. Er besuchte das Gymnasium in Mühlhausen und studierte anschließend an den Universitäten Halle und Göttingen Philologie, Philosophie und Geschichte. 1870 wurde er zum Dr. phil. promoviert mit einer Arbeit über <em>Die Bedeutung der Philosophie für das Leben.</em> Danach trat er Stellen als Gymnasiallehrer in Göttingen, Spandau und zuletzt Zerbst an, wo er 1877 zum Oberlehrer befördert wurde.<br />
<!--more--></p>
<p align="JUSTIFY">Er widmete sich in späteren Jahren verstärkt historischen Studien, die er in entsprechenden Zeitschriften und Büchern veröffentlichte. Außerdem wurde er Konservator des Fürst-Stolberg-Museums in Wernigerode. Ab 1909 betreute Höfer das Altertumsmuseum in Bernburg und zuletzt das Städtische Museum in Blankenburg. Auch an mehreren Ausgrabungen, wie zum Beispiel auf der Ruine Königsburg oder der vermeintlichen Pfalz Bodfeld, war er beteiligt.</p>
<p align="JUSTIFY">Paul Höfer starb am 18. Oktober 1914.</p>
<p align="CENTER"><strong>Zur Entstehungsgeschichte des Buches</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Einen auf der Philologen-Versammlung in Dessau 1884 vorgestellten Text <em>Der Feldzug des Germanicus im Jahre 16 n. Chr.</em> publizierte Höfer noch im selben Jahr als Buch, 1885 in einer zweiten Ausgabe. Nach genauester Analyse der Quellen (Tacitus <em>Annalen</em>) und Berücksichtigung auch der kleinsten Hinweise zur Topographie lässt er darin den Germanicus mit 8 Legionen auf dem Rückweg von der Idistaviso-Schlacht zur Ems entlang der nördlichen Seite des Wiehengebirges ziehen. Bei Wehrenburg an der Hunte (nur wenige Kilometer von Kalkriese) kommt es dann nach Höfer zur Schlacht am Angrivarierwall.</p>
<p align="JUSTIFY">Zur Unterstützung seiner These erwähnt Höfer schon über ein Jahrhundert  früher dokumentierte, aber damals verloren geglaubte römische Münzfunde bei Barenau, ganz in der Nähe von Kalkriese und nur 7 km von der Wahlburg entfernt. Höfer gelingt es, die Münzen zu besichtigen und im Germanicus-Buch zu dokumentieren. Diese Information gelangt auch zu Theodor Mommsen, der sogleich einen Antrag zur Erforschung bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin stellt und Herrn Menadier zur Untersuchung der Münzen nach Gut Barenau schickt. Stolz berichtet Höfer in den Vorbemerkungen zur zweiten Ausgabe des Germanicus-Buches von diesem Vorgang.</p>
<p align="JUSTIFY">Nur wenige Monate später erscheint jedoch ein kleines Büchlein von Mommsen: <em>Die Örtlichkeit der Varusschlacht,</em> einige Monate später (Frühjahr 1885) ebenfalls in zweiter Ausgabe. In diesem Büchlein verortet Mommsen die Varusschlacht allein auf Grund des Münzbefundes in der Gegend von Barenau und kritisiert den Nichtnumismatiker Höfer unter anderem für einige wenige Fehler bei der Dokumentation der Barenauer Münzfunde, die in der zweiten Ausgabe des Germanicus-Buches korrigiert wurden. Gerade über diese Korrektur erregt sich Mommsen besonders, woraus man nur schließen kann, dass er den Ergebnissen des Höfer-Buches ansonsten sachlich wenig entgegenzusetzen hatte. Er muss jedoch etwas dagegen vorbringen, denn die Regionen der Feldzüge des Jahres +15 (in dessen Verlauf das Varusschlachtfeld besucht wurde) und des Sommers des Jahres +16 sind nach den Quellen nicht identisch. Sein Ort der Varusschlacht kann daher nicht auf dem Weg des Germanicus-Feldzuges aus dem Sommer 16 n. Chr. liegen.</p>
<p align="JUSTIFY">Es entspannt sich ein in Zeitschriften und Zeitungen ausgetragener Kampf mit Mommsen und seinen Anhängern [z.B. Höfer 1885b; 1887]. Theodor Mommsen ist ein mächtiger Mann, dessen Wort in diesen Fragen fast schon Gesetz ist. Entsprechend der vorherrschenden Autoritätsgläubigkeit &#8211; ein auch heute nicht ganz unbekanntes Phänomen &#8211; scheint damit die Frage nach dem Ort der Varusschlacht in der Öffentlichkeit entschieden zu sein. Anders lautende Meinungen werden mit den <a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=185" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=185">auch heute nicht unüblichen Methoden behandelt,</a> ins Abseits gestellt und dem Vergessen überantwortet. Das bekommt auch Höfer zu spüren. In seinem Bemühen, sich der Anfeindungen zu erwehren und in ähnlicher Weise, wie er schon den Feldzug des Germanicus untersuchte, auch die Varusschlacht zu dokumentieren, kommt es zu einer Überforderung, die ihn erkranken lässt und für ca. eineinhalb Jahre am Schreiben hindert. So erscheint <em>Die Varusschlacht, ihr Verlauf und ihr Schauplatz </em>erst 1888 und ist auch ein Anti-Mommsen-Buch, indem er dessen Praktiken im Umgang mit anderen Forschern durchleuchtet.</p>
<p align="CENTER"><strong>Zur Methode</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Höfers bereits im Germanicus-Buch deutlich gewordene Methodik besteht im Wesentlichen in einer sehr genauen Analyse geographischer und topographischer Details in den Quellen. Das bedeutet aber nicht, dass er ein ‘Schreibtischtäter&#8217; ist, im Gegenteil. Wie kein anderer hat er nach der Untersuchung der Quellen und der genauen Aufnahme der Merkmale die in Frage kommenden Gegenden bereist, Gespräche mit lokalen Forschern geführt, Fundberichte dokumentiert usw. Das unterscheidet ihn von z.B. Mommsen, der die Frage der Örtlichkeit an seinem Schreibtisch klärte. Höfers starke Anlehnung an die Quellen bedeutet nicht, dass er diesen blind vertraut. Mit viel Aufwand prüft er deren Zuverlässigkeit und Genauigkeit. So scheidet er nach genauer Untersuchung den Text des Cassius Dio als verlässliche Quelle über die Varusschlacht aus. Dieser basiert für ihn auf den geschönten (gefälschten) Senatsakten; die Schlachtbeschreibung sieht er mit kleinen Änderungen bei Cäsar abgeschrieben. Immer lässt er Raum für abweichende Auslegungen. Etymologische Argumente und Funde spielen bei Höfer nur eine bestätigende Rolle, sind nie der Ausgangspunkt einer Hypothese.</p>
<p align="JUSTIFY">Klar erkennt er, dass damals wie heute Funde als Glücksfall für die Forschung gelten müssen. Viele Funde auf altem Kulturland in früheren Jahrhunderten sind zwar erwähnt, aber nicht erhalten, alte Wälle sind lange eingeebnet. Nur auf nie beackertem Gemeindeland (z.B. Wälder) hat man noch gute Chancen auf Funde, wie sich kürzlich mal wieder bei Kalefeld gezeigt hat.</p>
<p align="CENTER"><strong>Zum Inhalt</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Die Verortung des Kastells Aliso ist eine wichtige Vorarbeit für die Ermittlung des Varus-Schlachtfeldes, denn Überlebende der Katastrophe konnten sich dorthin retten. Es muss also in erreichbarer Nähe liegen. Dass Aliso an der Lippe liegen soll, wird auch von Mommsen nicht bestritten, er muss dann jedoch die Flüchtlinge der Varusschlacht ignorieren; denn eine Flucht nach Aliso macht von Barenau aus überhaupt keinen Sinn.</p>
<p align="JUSTIFY">Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Münzfunden von Barenau. Hier zerlegt Höfer nach allen Regeln der Kunst die Ansicht Mommsens, man könne aus den Fundorten der Münzen bei Barenau auf deren Abstammung aus einer Schlacht schließen, noch dazu der Varusschlacht.</p>
<p align="JUSTIFY">Das Ausscheiden des Cassius Dio-Textes als Quelle über die Varusschlacht führt zu einem gänzlich anderen, nämlich einem im Wesentlichen stationären Bild der „Schlacht&#8221;, als es heute im allgemeinen dargestellt wird und bildet einen wesentlichen Schlüssel zur Verortung der Geschehnisse.</p>
<p align="JUSTIFY">Höfer versucht, die Gegend der Schlacht aus dem Bericht des Tacitus über den Feldzug des Germanicus des Jahres +15 zu ermitteln, in dessen Verlauf das alte Schlachtfeld aufgesucht wird. Auch hier sind es wieder die kleinen Details im Text, Anmerkungen zur Topographie, usw., welche die abschließende Verortung schlüssig erscheinen lassen.</p>
<p align="CENTER"><strong>Zur Kritik</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Höfer konnte die Schlachtfeldfunde von Kalkriese noch nicht kennen. Sein Hauptargument gegen eine Römerschlacht in der Barenauer Gegend: „Wo sind die Waffenreste und Knochen neben den Münzen?&#8221; ist damit gegenstandslos geworden. Seine anderen Argumente, denen zufolge dort zumindest die Varusschlacht nicht stattgefunden haben kann, besitzen aber weiterhin Gültigkeit. Und die Archäologie bestätigt ihn: Die Funde auf den Schlachtfeld und dessen Umgebung seit etwa 1988, die nie ein Beweis für die Varusschlacht am Ort waren, deuten inzwischen auf eine Beteiligung der 1. Legion hin, schließen also für Kalkriese die Varusschlacht weitgehend aus, denn dort sind andere Legionen vernichtet worden (auch wenn die 1. Legion das Schlachtfeld im Rahmen der Aufräumaktion besucht hat). Welche andere Römerschlacht in Kalkriese stattgefunden hat, muss derzeit offen bleiben.</p>
<p align="JUSTIFY">Auch in den <em>Zeitensprüngen</em> ist über dieses Thema bereits ausführlich diskutiert worden [Kloppenburg 1999a/b; Albrecht 1999/2000]. Treffend auch die Anmerkung von Illig [1/1999, 81] in einer Ergänzung zu Kloppenburgs erstem Beitrag mit aktuellen Berichten über die Funde bei Kalkriese: „Warum sie allerdings gerade für die Schlacht im Jahre 9 n. Chr. zeugen, geht aus dem Text nicht hervor&#8221;. Mir scheint das inzwischen symptomatisch zu sein für Berichte über Funde in Kalkriese. Sieht man sich aktuelle Berichte in der Tagespresse an, so hat inzwischen ein interessantes Rückrudern der verantwortlichen Wissenschaftler eingesetzt, betreffend den Bezug Kalkriese &#8211; Varusschlacht [z. B. Pape 2009]. Vor dem Hintergrund der Untersuchungen Höfers drängt sich der Verdacht auf, dass es sich bei den Schlachtfeld-Funden von Kalkriese um einen Ausläufer der Schlacht am Angrivarierwall gehandelt hat, oder die Bestrafungsaktion des Stertinius gegen die Angrivarier oder um ein bei Tacitus nicht berichtetes kleineres Folgegefecht nach der Schlacht am Angrivarierwall.</p>
<p align="JUSTIFY">Höfer macht eine große Annahme bei seinen Untersuchungen: Es handele sich bei „Lupia&#8221; und „Amisia&#8221; um die Flüsse Lippe und Ems. Ptolemäus führt „Lupia&#8221; und „Amisia&#8221; in seiner <em>Geographia</em> als Städte Germaniens auf. Zumindest „Amisia&#8221; kennt er auch als Fluss. Höfer begründet die schlechte Qualität der ptolemäischen Daten über Germanien sehr gut, jedoch kann man Höfers simpler, nur wenig begründeter Verortung der Städte „Lupia&#8221; und „Amisia&#8221; an den jeweiligen Flüssen nicht so ohne weiteres zustimmen. Tacitus [<em>Ann</em>. I 70] lässt den Germanicus auf dem Weg nach „Amisia&#8221; (zur Ems?!) zur Weser marschieren. Diese Stelle in den <em>Annalen</em> ist gewöhnlich mit einer Anmerkung markiert, die auf einen Fehler bei Tacitus hinweist. Was aber, wenn „Amisia&#8221; (auch) eine Stadt an oder in der Nähe der Weser gewesen ist? Warum sollte Tacitus hier einen Fehler gemacht haben? Wenn hier, wo dann  noch? Welcher Ortsangabe in den Quellen darf man dann noch trauen? Höfer bespricht diese Stelle der <em>Annalen</em> ausführlich in seiner Schrift von 1884/85 über den Germanicus-Feldzug [Höfer 1885a]. Er bedauert die sich aus dieser Textstelle ergebende schlechte Qualität der geographischen Kenntnisse des Tacitus über Germanien bzw. dessen Quelle, aber es kommt ihm nicht ein einziges Mal der Gedanke, mit „Amisia&#8221; könnte nun gerade nicht die Ems gemeint sein. An anderen Stellen verteidigt er Tacitus gegen Umstellungen und Umdeutungen, andererseits stimmt er solchen gelegentlich zu, wie z. B. bei Velleius [II: 105], wo aus „ad caput Juliae&#8221; ohne weiteres „ad caput Lupiae&#8221; werden darf.</p>
<p align="JUSTIFY">Kippt jedoch diese große Annahme über Ems und Lippe, oder ist sie genügend zu erschüttern, dann fällt auch die ganze Untersuchung. Gänzlich neue Verortungen wären zu erproben, Versuche hierzu gibt es bereits reichlich [z.B. Friebe 1999]. Man wird sich für eine weitere Analyse alle Stellen in den Quellen mit offenen Augen daraufhin genau anschauen müssen, ob wirklich der Fluss oder die Stadt „Amisia&#8221; gemeint ist. Ähnliches gilt auch für „Lupia&#8221;. Und es dürfte erforderlich sein, so weit wie möglich, auf die ‘Originaltexte&#8217; zurückzugehen, denn die heutige Auflösung der lateinischen, meist ohne Wortzwischenräume geschriebenen Texte zu Wörtern und Sätzen, ist ebenfalls fraglich [Otte 2007].</p>
<p align="JUSTIFY">Und das alles lässt noch die ganze Fälschungsfrage außer acht. Höfer thematisiert am Ende des sechsten Teils zwar das Fälschungsproblem, jedoch mit einer positiven Endnote. Schon vorher hat er die prekäre Quellensituation, insbesondere für die Tacitus-<em>Annalen</em> 1-6 erwähnt.</p>
<p align="JUSTIFY">Heute ist man da wesentlich weiter; die Literatur zu Fälschungen der Werke des Tacitus, aber auch anderer klassischer Autoren ist unüberschaubar [z. B. Hochart 1890]. Auch die Autoren der <em>Zeitensprünge</em> sind an dieser Diskussion nicht unbeteiligt [z.B. Anwander]. Selbst wenn viele dieser Werke erst in späteren Jahrhunderten erstellt wurden, so muss man, wenn möglich, klären, ob es sich um komplette Erfindungen handelt oder ob ‘Echtes&#8217; als Vorlage benutzt wurde. Suspekt macht es diese Quellen aber in jedem Fall.</p>
<p align="CENTER"><strong>Zum Abschluss</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Trotz der obigen Kritik ist Höfers <em>Die Varusschlacht</em> ein herausragendes Beispiel für detaillierte und sorgfältige Quellenarbeit in Kombination mit eigener Anschauung durch Reisen und Untersuchungen vor Ort. Heutige Forschergenerationen können und sollten sich daran ein Beispiel nehmen; es ist methodisch wertvoll und absolut lesenswert. Leider ist das Buch antiquarisch fast nicht erhältlich und Bibliotheken lassen einen Interessenten das Buch als Werk des 19. Jh. meist nur noch im Lesesaal unter Aufsicht begutachten und  lesen. Daher werden zur Zeit Anstrengungen unternommen, <a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181">dieses Buch und andere Texte Höfers zum Thema neu herauszugeben</a>.</p>
<p align="CENTER"><strong>Literatur</strong></p>
<p align="left"> Albrecht, Gisela (1999): Archäologie contra antike Schriftlichkeit. Eine Antwort auf Franz Kloppenburgs These; in <em>ZS </em> 11 (2) 228-230</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> &#8211; 	(2000): Zum Leserbrief von Franz Kloppenburg; in <em>ZS  </em>12 (2) 223-227</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Anwander, Gerhard (2007): Auf den Spuren der Germania und anderer Fälschungen; in <em>ZS  </em>19 (2) 413-442</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Friebe, F.H. Rainer (1999): <em>„gesichert von Türmen geschützt vom Schwert, &#8230;&#8221;; </em>Halberstadt</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Hochart, Polydore (1890): <em>De l&#8217;autenticité des annales et des histoires de Tacite; Paris;</em> Teilübersetzung unter: h<a href="http://www.ilya.it/chrono/pages/hocharttacitusdt.htm" title="http://www.ilya.it/chrono/pages/hocharttacitusdt.htm" target="_blank">ttp://www.ilya.it/chrono/pages/hocharttacitusdt.htm</a></p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Höfer, Paul (<sup>2</sup>1885a): <em>Der Feldzug des Germanicus im Jahre 16 n. Chr.;</em> Bernburg · Leipzig</p>
<div align="left"></div>
<p align="left">  -	(1885b): [Feuilletonnotiz in der „<em>Post" </em>vom 20. März]</p>
<div align="left"></div>
<p align="left">  -	(1887): Zum Unterricht über die Römerzüge in Deutschland; in <em>Zeitschrift für das Gymnasialwesen, </em>Band 41, Septemberheft</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> -	(1888): <em>Die Varusschlacht, ihr Verlauf und ihr Schauplatz;</em> Leipzig (<a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181">Neuausgabe 2009</a>, Münster)</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Kloppenburg, Franz (1999a): Quousque tandem &#8230; Wie lange noch verschließt man sich der eindeutigen Quellenlage für die Festlegung des Ortes der Varusniederlage? in <em>ZS  </em>11 (1) 73-81</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> -	(1999b): Antike Schriftlichkeit contra Archäologie. Eine Antwort auf Gisela Albrecht; in <em>ZS  </em>11 (4) 579-582</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Mötefindt, Hugo (1927): Paul Höfer; in <em>Mitteldeutsche Lebensbilder, 2. Band: Lebensbilder des 19. Jahrhunderts; </em>Magdeburg, S. 425-437</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Mommsen, Theodor (²1885): <em>Die Örtlichkeit der Varusschlacht;</em> Berlin</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Otte, Andreas (2007): <a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=77" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=77">Die Annales 1-6 des Tacitus. Eine kritische Betrachtung</a>; in <em>ZS </em>19 (3) 617-621</p>
<div align="left"></div>
<p align="left"> Pape, Ernst Wilhelm (2009):<a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=126" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=126"> Kalkriese auf dem Rückzug</a>; in <em>Westfalenblatt</em>, 16.01.</p>
<div align="left"></div>
<p align="left">&nbsp;</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=184</link>
			</item>
	<item>
		<title>Varianische Variationen</title>
		<description><![CDATA[<h3>von Andreas Otte</h3>
<h4>aus <a href="http://www.fantomzeit.de/?p=1563" title="http://www.fantomzeit.de/?p=1563" target="_blank"><em>Zeitensprünge</em> 2/2009</a></h4>
<p align="JUSTIFY"><em>I</em><em>m Folgenden wird neben einer knappen Ausstellungsbesprechung stichwortartig Hintergrundmaterial zum Thema römische Feldzüge in Nordgermanien, besonders der Varusschlacht, geliefert.</em></p>
<p align="CENTER"><strong>2000 Jahre Varusschlacht &#8211; Imperium Konflikt Mythos</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Die Ausstellung ist auf drei Standorte aufgeteilt: Haltern (Imperium), Kalkriese (Konflikt) und Detmold (Mythos). In <em><strong>Haltern</strong></em> findet sich die Ausstellung nicht, wie man vielleicht erwartet hätte, im LWL-Römermuseum, sondern in der Seestadthalle. Die Halle bietet viel Platz, der gut genutzt wurde. Die Ausstellung in Haltern hat zwei Schwerpunkte, die gut miteinander kombiniert wurden. Der eine ist die Entwicklung des <em>Imperiums,</em> der andere die Lebensgeschichte von P. <em>Quintilius Varus</em>. So erfährt man z.B., dass Varus beim Alpenfeldzug als Legat der 19. Legion anno -15 in Germanien auch einmal gesiegt hat.</p>
<p><!--more--></p>
<p align="JUSTIFY">Die Ausstellung in Haltern ist äußerst gelungen; verglichen damit ist <em><strong>Kalkriese </strong></em>eine Enttäuschung. Im Obergeschoss des neu gebauten Empfangsgebäudes finden sich in einem einzelnen Raum, dessen Fläche durch Einbauten vergrößert wurde, Gegenstände aus ganz Europa, die dem 1.-6. Jh. und dem Thema <em>„Konflikt&#8221;</em>, also Waffen, Ausrüstungsgegenstände, Plünderungsgut, Grabfunde etc. zuzuordnen sind. Nur die Varusschlacht glänzt mit Abwesenheit.</p>
<p align="JUSTIFY">Aber da ist ja noch die eigentliche Kalkrieser Dauerausstellung, die für 2009 vollständig überarbeitet worden ist. Überraschender Weise sind die erklärenden Texte der Ausstellung jedoch komplett ‘weichgespült&#8217;, kein Vergleich mit Vorträgen und Beiträgen früherer Jahre, die einen zwingenden Bezug zwischen dem Fundort Kalkriese und der Varusschlacht hergestellt haben. In der ‘Indizien&#8217;-Ecke dann tatsächlich Münzen, Knochen, usw. Nur wenige der über 6.000 Funde werden tatsächlich auch gezeigt. Bleibt noch die Begehung des Außengeländes: Auf Metallplatten im Boden, die den Weg der Römer darstellen sollen, finden sich antike Texte, Stangen zeigen den teilweise ergrabenen, teilweise vermuteten Verlauf  des seitlichen Walls. An anderen Stellen ist der so genannte germanische Wall rekonstruiert, Markierungen zeigen die Fundorte der wichtigsten Funde, z.B. der eisernen Maske. Dann ist der Weg durch eine neue Grabungsfläche unterbrochen, auch im angrenzenden Wald finden sich weitere Absperrungen von aktuellen Ausgrabungen. Man hat fast den Eindruck, die einzigen definitiven Aussagen zur Identifikation von Kalkriese mit der Varusschlacht finden sich nur noch auf den Straßenschildern der Umgebung.</p>
<p align="JUSTIFY">Die <em>Mythos</em>-Ausstellung in der umgebauten Zehntscheune des Lippischen Landesmuseums zu <em><strong>Detmold</strong></em> war dagegen eine positive Überraschung. Wer die „Rezeptions-Abteilung&#8221; der Canossa-Ausstellung in Paderborn ‘genossen&#8217; hat, der konnte hier nur mit gemischten Gefühlen antreten. Aber: eine schöne Ausstellung zum Germanen-Thema mit Fundstücken aller Art sowie  Teilen des Hildesheimer Silberschatzes bildet ein gelungenes Gegengewicht zu den unvermeidlichen Folianten, Gemälden, Büchern, Theaterstücken der späteren Zeit. Auffällig ist das Bemühen, die Folianten als Abschriften mit den passenden Jahrhunderten (≥ 15.) zu deklarieren. Nur einmal findet sich bei einer <em>Germania</em>-Ausgabe die Unterschrift „9./15. Jahrhundert&#8221;.</p>
<p align="JUSTIFY">Insgesamt ist die dreigeteilte Ausstellung sehenswert. Interessant: Sowohl in Detmold als auch in Haltern gaben offizielle Museumsführer durchaus kritische Kommentare zu Kalkriese und der Varusschlacht.</p>
<p align="JUSTIFY">Frühere Besucher der Kalkrieser-Dauerausstellung können vielleicht mehr zu den Unterschieden damals und heute sagen; mangels Vergleichsmöglichkeit kann hier nur der aktuelle Stand dargestellt werden.</p>
<p align="CENTER"><strong>Aus der Literatur bekannte größere Schlachten der Römer in Nordgermanien</strong></p>
<p align="LEFT">   +9	Varusschlacht/-katastrophe<br />
(Totalverlust für die Römer, 17., 18. und 19. Legion, nie wieder neu aufgestellt)<br />
+15	Schlacht an den pontes longi<br />
(Unentschieden, 1., 5., 20. und 21. Legion)<br />
+16	Schlacht auf Idistaviso<br />
(Sieg der Römer, 1., 2., 5., 13., 15., 16, 20. und 21. Legion)<br />
+16	Schlacht am Angrivarierwall<br />
(Sieg der Römer, 1., 2., 5., 13., 15., 16, 20. und 21. Legion)</p>
<p align="JUSTIFY"> Die bei Tacitus als Siege der Römer deklarierten Schlachten des Jahres +16 sind wahrscheinlich nicht so positiv für die Römer verlaufen, denn</p>
<ul>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Warum haben sich die Römer danach aus Germanien zurückgezogen?</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Wieso gab es überhaupt noch die Schlacht am Angrivarierwall, wenn schon bei Idistaviso fast alle germanischen Kämpfer getötet worden sein sollen?</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Wieso konnten schon ein Jahr später die Cherusker erneut mit zehntausenden Mann gegen die Markomannen kämpfen?</p>
</li>
</ul>
<p align="CENTER"><strong>Aktuelle römische Schlachtfeldfunde</strong></p>
<p align="JUSTIFY"> <strong>Kalkrieser-Niewedder Senke</strong> (Bramsche, Niedersachsen): Auf 25 km gegabelter Wegstrecke finden sich römische Gegenstände. An einer Stelle deuten diese darauf hin, dass in spätaugusteischer oder frühtiberischer Zeit von einem Tross begleitete Römische Legionen in Kampfhandlungen mit Germanen verwickelt waren. Eine Datierung über Münzen, die eine Entscheidung zwischen +9 und +15/16 erlaubt, ist sehr umstritten und wahrscheinlich nicht möglich. [Lippek 2008]</p>
<p align="JUSTIFY"> <strong>Kalefeld-Wiershausen</strong> (Westharz, Niedersachsen): Auf einer Fläche von 2,0 x 0,5 km (Stand April 2009) finden sich Spuren eines Gefechts zwischen Germanen und Römern zu Anfang des +3. Jh. Die Datierung erfolgt über Münzen. Es besteht kein Zusammenhang mit der Varusschlacht, jedoch ist die Frage interessant, wer hier im 3. Jh. so weit im Osten römische Interessen vertrat.</p>
<p align="CENTER"><strong>Historische Berichte über Schlachtfeldfunde</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Mehrere Schriftstellern des 16. und 17. Jh. (Hamelmann, Pideritius, Wasserbach) berichten unabhängig voneinander, dass im Fürstentum Lippe (Nordrhein-Westfalen) bei Urbarmachung von Bodenflächen verschiedene Römermünzen &#8211; teils goldene, teils silberne &#8211; gefunden worden sind mit den Geprägen von Julius (Cäsar), Augustus, Agrippa u.a., und zwar in Gemeinschaft mit Waffenresten und Menschenknochen. Diese Funde sind heute verloren, Chancen auf neue Funde in der Region hätte man nur auf noch nie beackertem Gemeindeland, welches sehr selten geworden ist. [Höfer 1888]</p>
<p align="CENTER"><strong>Quellen zur Varusschlacht</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Velleius Paterculus, <em>Kompendium der Römischen Geschichte</em> (Zeitgenosse, kein Augenzeuge)<br />
Frontinus, <em>Kriegslisten</em> (ca. 84-88)<br />
Tacitus, <em>Annalen</em> I-VI (115-117)<br />
Florus, <em>Römische Geschichte</em> (ca. 120)<br />
Cassius Dio, <em>Römische Geschichte</em> (ca. 220).</p>
<p align="JUSTIFY"> Die Beschreibung des Cassius Dio ist die jüngste; laut Höfers Untersuchungen [Höfer 1888] ist sie inkompatibel mit den anderen Beschreibungen. Das Bild einer marschierenden Truppe, die über mehrere Tage angegriffen wird, zeigt sich nur bei Dio; bei den anderen Texten kann man eher eine im Lager beginnende Schlacht ausmachen (die sog. Lagertheorie), in deren Verlauf flüchtende Truppenreste niedergemacht wurden, bzw. sich ergeben haben.  Ein Tross war danach nicht beteiligt, bzw. hat sich im Laufe der Schlacht nicht bewegt.</p>
<p align="CENTER"><strong>Der Ort der Varusschlacht</strong></p>
<p align="JUSTIFY">Es gibt ca. 700 Theorien zum Ort der Varusschlacht. Die Bandbreite reicht von Holland bis zum Harz. Es lassen sich aber zumindest vier Hauptgruppen  bilden:</p>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/x_varus3.jpg" title="Karte" rel="lightbox[185]"></a></p>
<div style="text-align: center"><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/x_varus3.jpg" title="Karte" rel="lightbox[185]"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/x_varus3.jpg" alt="Karte" width="500" /></a></div>
<ul>
<li>Nord-Theorie: Nordrand des Wiehen- und Wesergebirges (z.B. Kalkriese, Barenau),</li>
<li>Lippe-Theorie: nördlich (Werre) und südlich (Senne) des Osning (Teutoburger Wald),</li>
<li>Münsterländer-Theorie: bei Beckum oder knapp östlich davon,</li>
<li>Süd-Theorie: Bergland südöstlich der Münsterländer Bucht.</li>
</ul>
<p align="JUSTIFY"><a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=184" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=184">Höfers Verortungen</a> sind im Bereich der Lippe-Theorien einzuordnen. In Kalkriese liegen unzweifelhaft Funde einer Schlacht zwischen Römern und Germanen vor. Davon hat es in der großräumigen Region aber mindestens vier gegeben, von denen uns berichtet wird. Die Festlegung nur sechs Wochen nach Grabungsbeginn auf die Varusschlacht (Zeitungsbericht) war weder damals, noch ist sie heute (nach über 20 Jahren) durch die Funde gedeckt und kann nur als unseriös in jeder Form bezeichnet werden. Da sich die Verantwortlichen aber ‘aus dem Fenster gelehnt hatten&#8217;, bestand nunmehr der Zwang, alles in diesem Kontext zu betrachten, um nicht das Gesicht zu verlieren.</p>
<p align="JUSTIFY">In den letzten Monaten ist jedoch in den Zeitungen ein merkliches Zurückrudern der Verantwortlichen zu beobachten, das aber im Katalog zur Ausstellung <em>2000 Jahre Varusschlacht</em> sowie im neuen Katalog der Kalkrieser-Dauerausstellung <em>Varusschlacht im Osnabrücker Land</em> nur bedingt spürbar wird. Da ist z.B. der unvermeidliche Frank Berger, der von Anfang an mit seiner numismatischen Analyse als Kronzeuge für Kalkriese herhalten musste. Er bleibt auch im neuen Katalog bei seiner Aussage, dass es sich nur um Münzen handeln könne, die im Jahr 9 bei der Varusschlacht verloren worden sind [GmbH 2009a, 140-151]. Mit Kenntnis der kritischen Literatur [z.B. Wolters 2009, Schoppe] zum Thema lässt sich hierzu Folgendes bemerken:</p>
<ol>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Die Strecke von Bramsche bis Minden entlang des Wiehengebirges und weiter nach Magdeburg ist Teil einer stark genutzten Handelsstraße (Hellweg) gewesen. Viele der Münzfunde in der Region sind viel früher und unabhängig von den Schlachtfeldfunden gemacht worden (Barenau); es kann sich ebenso um römisches Geld im Besitz von Germanen handeln, die mit durchziehenden Händlern und Truppen Geschäfte gemacht haben [Höfer 1888]. Germanische Siedlungen in großer Nähe zum Kampfplatz sind inzwischen nachgewiesen worden. Die Münzfunde sind damit nicht mehr eindeutig einer Schlacht zuzuordnen; es besteht die Gefahr der Vermischung. Auch Joachim Harnecker warnt in seinem Beitrag <em>Kalkriese war kein germanischer Urwald</em> [GmbH 2009a, 88-91] vor dieser Gefahr.</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">Die ausgewerteten Münzfunde sind entgegen der Aussagen des untersuchenden Wissenschaftlers (Frank Berger) nicht eindeutig einem Ereignis im Jahr +9 zuzuordnen [Lippek 2008]. Das Fehlen eines Bronze-Münztyps, von dem nicht einmal nachgewiesen ist, dass er um +15 im freien Germanien vorhanden war, kann kaum als Beweis gelten. Es ist bisher unklar, ob die Germanicus-Zeit sich überhaupt in Münzen im freien Germanien niedergeschlagen hat. Nur etwa 0 - 2 % neues römisches Geld soll nach +9 noch in Umlauf gekommen sein [Schoppe], auch von daher ist das Nichtvorkommen späterer Typen für eine Beweisführung insignifikant. Und die von Berger weitgehend ignorierten Silbermünzen (das Hauptzahlungsmittel für den Legionärssold) erlauben ein differenzierteres Bild in der Datierungsfrage [Lippek 2008].</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	In der Gegend wurde sog. Legionsgeld gefunden, d.h. Geld, welches mit Legionskennungen versehen wurde. Dieses Geld wurde auch zwischen den Legionen getauscht, ist also in einer gewissen Verteilung an Fundstellen zu erwarten. Warum aber ausgerechnet in Kalkriese der Anteil der Varus-Legionen (17.-19.) am Legionsgeld der geringste ist (ganz anders in Haltern), müsste den Vertretern der Kalkriese-Varus-Hypothese Kopfzerbrechen bereiten.</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Neben dem Legionsgeld gibt es mindestens ein weiteres Fundstück mit einer Legionskennzeichnung. Es ist das Mundblech einer Schwertscheide, das eine Besitzer-Ritzinschrift mit der Abkürzung „LPA&#8221; trägt. Die Inschrift kann als L(egio) P(rima) A(ugusta) gelesen werden, also als 1. Legion. Diese war mit Sicherheit an den Kämpfen der Jahre 15/ 16 beteiligt. Zwar besuchte die 1. Legion im Jahr +15 auch das Varusschlachtfeld, aber warum finden sich keine Objekte mit Legionskennzeichen der 17. - 19. Legion?</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Es gibt in Kalkriese direkt am Kampfplatz praktisch keine germanischen Waffenfunde. Hier kämpften offenbar Römer gegen Germanen mit römischen Waffen. Woher kamen diese Waffen? Für eine Schlacht nach +9 wäre dies einfach zu beantworten, aber davor?</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Bei Kalkriese wurde ein Wall (einschl. Gräben) mit Kampfspuren gefunden. Von Kämpfen an einem Wall wird im Zusammenhang mit der Varusschlacht nicht berichtet, wohl aber bei der Caecina-Schlacht und bei der Schlacht am Angrivarierwall. Überhaupt muss man die Frage stellen, wie viel Schlachtfeld eigentlich in Kalkriese gefunden wurde. So schreibt Joachim Harnecker als Archäologe im Kalkriese-Team 2004:</p>
<blockquote><p>„Wurden die Suchgrabungen mit viel Enthusiasmus begonnen, folgte die Ernüchterung bereits in der ersten Grabungskampagne [...] Insgesamt haben [...] die Suchgrabungen aus Varusschlacht-orientierter Sicht wenig zur Klärung der Ereignisse in augusteischer Zeit außerhalb des Oberesch beitragen können [...] Eine gezielte Suche nach Spuren der Kampfhandlungen hat sich als unmöglich erwiesen und eine so verstandene Schlachtfeld-Archäologie ist eine Fiktion [...] Der Oberesch [dort liegt der 400 Meter lange Wall; AO], der ja auch kein klassisches Schlachtfeld ist, stellt im Gesamtkomplex Kalkriese bislang einen <em>Sonderfall</em> dar, da hier Fundmaterial zumindest teilweise bei Kampfhandlungen in den Boden gelangt sein dürfte&#8221; [Harnecker, 123].</p></blockquote>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	In Kalkriese wurden einige wenige tierische und menschliche Knochenfunde in Gruben gemacht, offensichtlich erst begraben, nachdem die Überreste einige Zeit an der Oberfläche gelegen hatten. Außer der Tatsache einer Nachbestattung entspricht weder die Form (ein großer, allerdings zerstörter Tumulus gegenüber einzelnen kleinen Gruben)  noch die Anzahl der Leichenfunde in irgendeiner Form den historischen Berichten. Eine genaue Datierung der Knochenfunde, die eine Unterscheidung zwischen +9 und 15/16 erlaubt, ist nicht möglich.</p>
</li>
<li>
<p align="JUSTIFY">	Unter Berücksichtigung der Lagertheorie zur Varusschlacht sind Trossfunde außerhalb oder in der Nähe eines Lagers nicht zu erwarten. Kalkrieser Trossfunde sprechen daher unter dieser Annahme eher gegen einen Zusammenhang mit der Varusschlacht. Folgt man dagegen dem Dio-Text, der Marsch-These in unwegsamen Gebiet, so passt sie nicht zu der Tatsache, dass man sich in Kalkriese auf oder direkt neben einem Hellweg befand.</p>
</li>
</ol>
<p align="JUSTIFY">Zusammengefasst lässt sich sagen: Betrachtet man nur die archäologische Evidenz, so ist bisher kein direkter Zusammenhang zwischen den Funden von Kalkriese und der Varusschlacht herstellbar. Die Berücksichtigung der Quellen ermöglicht zumindest einen Zusammenhang der Funde mit den Germanicusfeldzügen, während sie einen Zusammenhang mit der Varusschlacht praktisch ausschließt.</p>
<p align="CENTER"><strong>Literatur</strong></p>
<p align="JUSTIFY"> GmbH 2009a = Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH (Hg., 2009a): <em>Varusschlacht im Osnabrücker Land; </em>Mainz</p>
<p align="JUSTIFY"> GmbH 2009b = Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH (Hg., 2009b): <em>2000 Jahre Varusschlacht &#8211; Konflikt;</em> Stuttgart</p>
<p align="JUSTIFY"> Höfer, Paul (1888): <em>Die Varusschlacht, ihr Verlauf und ihr Schauplatz;</em> Leipzig (<a href="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181" title="http://www.logistik-des-varus.de/?p=181">2. Ausgabe 2009</a>)</p>
<p align="JUSTIFY"> Harnecker, Joachim / Tolksdorf-Liebemann, Eva (2004): <em>Kalkriese 2, Sondierungen in der Kalkrieser &#8211; Niewedder Senke; </em>Mainz</p>
<p align="JUSTIFY"> Landesverband Lippe (Hg., 2009):<em> 2000 Jahre Varusschlacht &#8211; Mythos;</em> Stuttgart</p>
<p align="JUSTIFY"> Lippek, Wolfgang (2008): Inhaltliche Strukturanalyse der Denarkomplexe von Kalkriese und Haltern &#8211; Widerlegung der „Kalkrieser These&#8221; zum Ort der Varusschlacht; in <em>Die Schlacht &#8211; Plausible Gründe zur Varuskatastrophe in Ostwestfalen-Lippe; </em>Bielefeld</p>
<p align="JUSTIFY"> LWL-Römermuseum in Haltern am See (Hg., 2009): <em>2000 Jahre Varusschlacht &#8211; Imperium; </em>Stuttgart</p>
<p align="JUSTIFY"> Schoppe, Siegfried G. (2006): <em>Varus fand sein Ende im Lippischen Wald. Eine Streitschrift wider die Kalkrieser Hypothese;</em> <a href="http://www.arminius-varusschlacht.de/varus-kalkriese.pdf" title="http://www.arminius-varusschlacht.de/varus-kalkriese.pdf" target="_blank">http://www.arminius-varusschlacht.de/varus-kalkriese.pdf</a></p>
<p align="JUSTIFY"> Wolters, Reinhard (²2009): <em>Die Schlacht im Teutoburger Wald;</em> München</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=185</link>
			</item>
	<item>
		<title>Paul Höfer &#8211; Die Varusschlacht. Ihr Verlauf und ihr Schauplatz</title>
		<description><![CDATA[<p>Paul Höfer, * 11.3.1845; † 8.10.1914, rekonstruiert in diesem auch nach 120 Jahren keineswegs veralteten Buch den Verlauf und den Schauplatz der Varusschlacht auf Basis der verfügbaren Quellen. Fast nebenbei widerlegt er die Varusschlacht-Hypothese von Theodor Mommsen (heute Kalkriese) nach allen Regeln der Kunst. Die Gegenargumente von damals greifen noch immer.</p>
<p>Deshalb war es an der Zeit, dieses fast nicht mehr erhältliche und nicht mehr ausleihbare Buch wieder verfügbar zu machen:</p>
<div align="center">
<table>
<tr>
<td><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hoefer_vorne_m.jpg" title="Cover Höfer Vorne" rel="lightbox[181]"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hoefer_vorne_m.jpg" alt="Cover Höfer Vorne" height="401" width="276" /></a></td>
<td><a href="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hoefer_hinten.jpg" title="Cover Höfer Hinten" rel="lightbox[181]"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hoefer_hinten.jpg" alt="Cover Höfer Hinten" height="401" width="276" /></a></td>
</tr>
</table>
</div>
<p>Paul Höfer (2009): Die Varusschlacht. Ihr Verlauf und ihr Schauplatz.<br />
Neu herausgegeben von Helmut Förster, Gerhard Kroos und Andreas Otte<br />
2. Ausgabe. 372 Seiten. Paperback<br />
Reihe MW-Wissenschaft, Verlag Monsenstein &amp; Vannerdat, Münster<br />
ISBN 978-3-86582-913-9<br />
Preis: 24,95 €</p>
<p>Das Buch ist gegenüber der Originalausgabe  um ein Literaturverzeichnis, ein Fundverzeichnis, eine Biographie, ein Nachwort und ein Stichwortverzeichnis erweitert.</p>
<p>Derzeit erhältlich im Webshop des <a href="http://www.mv-buchshop.de/catalog/product_info.php/products_id/1274?osCsid=krrntfanj433cbok8ohdm7o2rlqacld0" title="http://www.mv-buchshop.de/catalog/product_info.php/products_id/1274?osCsid=krrntfanj433cbok8ohdm7o2rlqacld0" target="_blank">MV-Verlags</a> und im Buchhandel über das <a href="http://www.buchhandel.de/default.aspx?strframe=titelsuche&amp;caller=vlbPublic&amp;nSiteId=11&amp;Func=Search&amp;stichwort=Paul%20H%F6fer%20Varusschlacht" target="_blank" title="http://www.buchhandel.de/">VLB</a>. Bei <a href="http://www.amazon.de/Die-Varusschlacht-Ihr-Verlauf-Schauplatz/dp/3865829139/" title="http://www.amazon.de/Die-Varusschlacht-Ihr-Verlauf-Schauplatz/dp/3865829139/" target="_blank">Amazon</a> ist es im Marketplace mit zusätzlichen Versandkosten gelistet, ohne Versandkosten in Deutschland findet es sich bei <a href="http://www.lob.de/cgi-bin/work/outputexpert?frame=yes&amp;flag=new&amp;menupic=yes&amp;mode=viewone&amp;titnr=256632190" target="_blank" title="http://www.lob.de/cgi-bin/work/outputexpert?frame=yes&amp;flag=new&amp;menupic=yes&amp;mode=viewone&amp;titnr=256632190">Lehmanns Buchhandlung</a>.<br />
<!--more--><br />
Paul Höfer war Archäologe, Pädagoge und Historiker. Sein Hauptwerk ist das hier erneut vorgelegte Buch „Die Varusschlacht, ihr Verlauf und ihr Schauplatz“ erschienen 1888 im Verlag Duncker &amp; Humblot, Leipzig. Auch nach über 120 Jahren hat es nichts an Aktualität verloren und gehört im „Varusjahr 2009“ zur Pflichtlektüre eines jeden am Thema Interessierten.</p>
<p>Ein verlorenes Schlachtfeld, insbesondere das mythen- und ideologienumwobene des Varus, nach 2000 Jahren wieder zu finden, ist entweder Glücksache (wie in Kalefeld) oder man muss es systematisch suchen. Das setzt ein breit gefächertes systematisches Vorgehen voraus wie es Paul Höfer in seinem Buch über die Varusschlacht methodisch entwickelt. Höfer unterzieht dank seiner profunden altphilologischen Kenntnisse die historischen Quellen einer peniblen Analyse, eben nicht nur die griechisch-römische, sondern auch die ältere (auch mythologische) und damals neuere deutsche Literatur. Er kommt dabei zu Bewertungen und Authentizitätskriterien, die auch heute noch nachvollziehbar sind. Für ihn fügen sich die antiken Quellenberichte  &#8211; mit Ausnahme des Dio-Berichtes &#8211; ergänzend und ohne Widersprüche zu einem realistischen Bild des Ablaufs und zumindest der Gegend der Varuskatastrophe nahtlos zusammen.</p>
<p>Höfers exakte Recherchen werden untermauert durch lokale Funde und Fundberichte, denen er gewissenhaft nachgeht, ebenso wie den damaligen Presseveröffentlichungen und Aussagen von Menschen und Amtsträgern aus der Region. Auf ausgedehnten Reisen verschafft sich Höfer einen eigenen Eindruck von Landschaft, Geologie und Entfernungen, immer mit den Augen der Römer, die militärstrategisch und logistisch gedacht und geplant haben.</p>
<p>Daraus setzt Höfer mosaiksteinartig ein Gesamtbild zusammen, welches er nur in Lippe als wahrscheinlich zutreffend erkennt.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=181</link>
			</item>
	<item>
		<title>Das geplatzte Interview</title>
		<description><![CDATA[<h4>von Horst Leiermann</h4>
<p>Ich hatte mir das so schön ausgedacht.</p>
<p>2009, zum 2000-Jahres Jubiläum der Hermannsschlacht ein Interview mit Hermann, das schien auch alles zu klappen. Ich bekam von Hermanns Vorzimmer einen Termin, von Oerlinghausen eine Kuriermaschine nach Walhall und wurde dort gleich von einem schneidigen Ordonanz-Offizier empfangen.</p>
<p>Denn Sekretärinnen hatte Tusnelda verboten, seit sie einmal Hermann mit einer Sekretärin auf dem Schoss erwischt hatte. Und dass Hermann, vor allem wenn er etwas getrunken hatte, zu Übergriffen neigt, wusste sie aus eigener Erfahrung.</p>
<p>Der Offizier ließ sich von mir die Ausweispapiere zeigen und als ich, etwas überrascht über die Formalitäten, fragte, ob ich jetzt auch noch eine Leibesvisitation nach Waffen über mich ergehen lassen müsste, winkte er ab.</p>
<p>Hier in Walhall sind wir unsterblich erklärte er, da kann nichts mehr passieren. Er holte einen Fragebogen, Alter, Beruf, Adresse und er war ganz leutselig bis er auf das Wort &#8220;Lippe&#8221; in meiner Adresse stieß, da wurde er erst einmal etwas komisch.<br />
<!--more--><br />
<em>Aus Lippe</em>, fragte er. Ich nickte.</p>
<p><em>Schon schlecht!</em> Und dann ging es los: <em>Was wir uns eigentlich dächten? </em></p>
<p><em>Ob wir uns denn nicht schämten jetzt hier auch noch bei Hermann anzuklopfen?</em></p>
<p>Wieso, sagte ich. Wo wir doch Hermann das Riesendenkmal gebaut haben.</p>
<p><em>Vor 150 Jahren, gut und schön, da hätten wir hier antanzen können. Aber heute?</em></p>
<p><em>Nichts hätten wir zur Hermannschlacht zu bieten.</em></p>
<p><em>Da sollten wir uns doch erst einmal ein Beispiel an Niedersachsen nehmen. Kalkriese.</em></p>
<p><em>Da sei die Schlacht zwar nicht gewesen, aber was die daraus gemacht hätten. Ein Riesenmuseum.</em></p>
<p><em>Und wir?</em></p>
<p>Wir haben doch keine Funde stotterte ich &#8230;</p>
<p><em>Keine Funde? Die Römische Urne in Lügde!</em></p>
<p>Da liegt doch ein Germane begraben. Der hat sich die Urne von einer Reise an den Rhein mitgebracht.</p>
<p>Der Offizier grinste.</p>
<p><em>Schon einmal einen Touristen gesehen, der sich von einer Reise einen Sarg mit nach Hause bringt?</em></p>
<p>Nein, musste ich zugeben. Aber vielleicht hat er sich die Urne im Versandhandel schicken lassen. Damals war Quelle doch noch nicht Pleite.</p>
<p>Der Offizier schüttelte den Kopf.</p>
<p><em>Schon mal was von dem römischen Mosaik in Corvey gesehen?</em></p>
<p>Natürlich, sagte ich. Aber Corvey liegt doch gar nicht in Lippe.</p>
<p><em>Ob ich in Lippe zur Schule gegangen sei?</em></p>
<p>Ich nickte.</p>
<p><em>Ob ich nie gehört habe, dass die Schwalenberger Grafen die Vorgänger des Hauses Lippe gewesen seien? Und außerdem noch die Vögte von Corvey.</em></p>
<p><em>Und ob ich eigentlich in der Schule immer geschlafen hätte?</em></p>
<p><em>Und wo in Lippe ich eigentlich wohnte?</em></p>
<p>In Schwalenberg murmelte ich kleinlaut.</p>
<p>Er holte tief Atem.</p>
<p><em>Auch das noch!</em></p>
<p><em>Also</em>, sagte er. <em>Römisches Mosaik in Corvey.</em></p>
<p><em>Daran ist nicht zu rütteln.</em></p>
<p>Aber das ist doch Zweitverwendung.</p>
<p><em>Zweitverwendung?</em></p>
<p><em>Ob ich schon mal Fliesen abgeschlagen hätte?</em></p>
<p>Habe ich, trumpfte ich auf. Ich bin Architekt, ich habe Baupraxis.</p>
<p><em>Gut</em>, sagte der Offizier <em>und ob ich schon jemals eine Fliese unzerbrochen vom Untergrund abgespitzt hätte?</em></p>
<p>Das nicht. Die sind immer zerbrochen. Mit eklig scharfen Kanten. Messerscharf. Die Hände haben mir geblutet. Denn damals trug man noch keine Handschuhe.</p>
<p><em>Eben</em>, sagte der Offizier.</p>
<p><em>Und außerdem, die römische Therme in Tom Roden. </em></p>
<p><em>Mit PRAEFURNIUM. Das sind ortsfeste Spuren. </em></p>
<p><em>Immobilien.</em></p>
<p><em>Nicht lose Münzen oder Waffen wie in Kalkriese.</em></p>
<p>Aber, wandet ich ein. Fußbodenheizung hatten auch die Zisterzienser.</p>
<p>Und ein PRAEFURNIUM gehört oft zu einer Fußbodenheizung.</p>
<p>Der Offizier stöhnte:</p>
<p>l. <em>Siedeln Zisterzienser in der Einsamkeit und nicht neben reichen Benediktinern.</em> (Ehrlich gesagt, hatte ich das schon im Studium von Karl Gruber gelernt, aber ich hielt lieber den Mund)</p>
<p>2. <em>Gibt es ein PRAEFURNIUM im Mittelalter überhaupt nicht. Damals heizte man im Kloster nur einen einzigen Raum, die Wärmestube. Und die Feuerung war im Keller, damit die Wärme im Haus blieb. Bei römischen Thermen, den Schwitzbädern für die Legionäre im Sommer bei den Vorstößen nach Germanien, waren PRAEFURNIEN sinnvoll, damit die Heizer in der Hitze nicht umkamen. Und froh waren, im Freien, von außen zu heizen.</em></p>
<p><em>Schon mal ein mittelalterliches PRAEFURNIUM gesehen?</em> fragte der Offizier</p>
<p>Nein, musste ich zugeben.</p>
<p><em>Schon mal einen Menschen getroffen, der eines gesehen hat?</em></p>
<p>Das nicht. Aber Fachleute haben mir gesagt, sie wollten dem doch noch einmal nachgehen.</p>
<p><em>Dann viel Spaß</em>, sagte der Offizier.</p>
<p><em>Und außerdem, die römischen Wandbilder im Westwerk in Corvey.</em></p>
<p>Das sind nur Kopien, trumpfte ich auf.</p>
<p>Ganz hohe Fachleute haben das gesagt. Mit Titeln und so.</p>
<p><em>Nackte Eroten? Im Kloster?</em> fragte der Offizier.</p>
<p>Na ja, meinte ich, Mönche, ganz ohne Frauen da hört man doch so allerlei.</p>
<p><em>So so</em>, sagte der Offizier, <em>ein nackter junger Mann mit einem glitschigen Delphin zwischen die Schenkel gepresst &#8211; und eine heidnische Dame oben ohne.</em></p>
<p>Mönche sind auch Männer, wandte ich ein.</p>
<p>Und ohne Freundin und nach einigen Glas Wein&#8230;</p>
<p><em>Langsam, langsam</em>, sagte der Offizier.</p>
<p><em>Wir sind ja erwachsen&#8230;</em></p>
<p><em>Und wir früher hatten auch unsere Tussis. Und die waren gar nicht zickig.</em></p>
<p><em>Aber so schöne Nacktheit konnten wir damals nicht an die Wand malen.</em></p>
<p><em>Wir haben sie uns damals ganz genau angesehen.</em></p>
<p><em>Und uns von den Überlebenden der 3 Legionen des Varus ganz genau erklären lassen. Die ganze Geschichte mit Amor. Und der Schaumgeburt der Venus, das Wasser ist uns im Munde zusammen gelaufen.</em></p>
<p><em>Zugegeben, wir hatten ja auch so unsere gewagten Sagen. Wie Brunhilde ihren Gunter in der Hochzeitsnacht gebunden hat und an einem Nagel aufgehangen, weil sie partout den Siegfried haben wollte. Der dann auch, im Schutze der Tarnkappe dem Gunter beispringen musste.</em></p>
<p><em>Aber malen konnten wir die Geschichten nicht.</em></p>
<p><em>Und das fromme Mönche sich solche Sachen mit heidnischen barbusigen Damen in Ihre Kirche gemalt hätten? Wenn schon dann heimlich. Irgendwo in einem dunklen Winkel.</em></p>
<p><em>Und ob ich eigentlich einmal die Benediktiner gefragt hätte, ob die das gemalt hätten?</em></p>
<p>Habe ich, sagte ich, aber die sagen, sie waren das nicht.</p>
<p><em>Also</em>, sagte der Offizier, <em>und jetzt will ich Ihnen einmal etwas sagen.</em></p>
<p><em>Dass Lippe nichts römisches 2009 zu bieten hat, ist schon schlimm genug. </em></p>
<p><em>Aber dass sie dann auch noch ein Ausstellung über den Mythos der Hermannsschlacht aufmachen, da wäre dem Hermann der Kragen geplatzt.</em></p>
<p>Mythos? Märchen? hätte er gedröhnt und seinen 10 Liter-Humpen voll Detmolder Pils so auf den Tisch gehauen, dass er zerbrach und die Brühe über Tisch und Boden lief und 21 Mann seiner Leibgarde die Schweinerei schnell aufwischten, weil Thusnelda in solchen Sachen ganz eklig sein kann. Mythos schrie Hermann, mein Sieg soll ein Märchen sein?</p>
<p><em>Seien sie froh, dass ich sie von Hermann fern gehalten habe.</em></p>
<p><em>Wenn der &#8220;Lippe&#8221; gehört hätte, das wäre schief ausgelaufen.</em></p>
<p>Ich schwieg etwas betreten</p>
<p><em>Hören sie zu</em>, sagte begütigend der Offizier. <em>Es ist ja noch gar nichts passiert.</em></p>
<p><em>Fliegen sie erst mal wieder nach hause und machen ihre Schularbeiten.</em></p>
<p><em>Und dann, fügte er hinzu, können sie ja noch einmal vorsprechen.</em></p>
<p><em>Beim nächsten Jubiläum &#8230; in 1000 Jahren &#8230;</em></p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=180</link>
			</item>
	<item>
		<title>Kalkriese &#8211; nicht einmal ein richtiges Schlachtfeld?!</title>
		<description><![CDATA[<p>Das man im niedersächsischen Kalkriese seit 20 Jahren vergeblich nach Beweisen für die These man sei der Ort der Varusschlacht sucht,  ist selbst Teilen des wissenschaftlichen Teams vor Ort in Kalkriese seit Jahren bekannt.</p>
<p>Als Beleg dient an dieser Stelle eine Veröffentlichung des Dr. Joachim Harnecker. Herr Dr. J. Harnecker ist seit 1994 (!) im wissenschaftlichen Team Kalkriese als Archäologe tätig.</p>
<p>In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2004 mit dem Titel: „Kalkriese 2, Sondierungen  in der Kalkrieser &#8211; Niewedder Senke&#8221;,  führt Herr Dr. Harnecker über die Grabungen unter anderem aus (Seite 123):</p>
<blockquote><p>„Wurden die Suchgrabungen mit viel Enthusiasmus begonnen, folgte die Ernüchterung bereits in der ersten Grabungskampagne &#8230;  Insgesamt haben &#8230; die Suchgrabungen aus Varusschlacht &#8211; orientierter Sicht wenig zur Klärung der Ereignisse in augusteischer Zeit außerhalb des Oberesch beitragen können &#8230;     Eine gezielte Suche nach Spuren der Kampfhandlungen hat sich als unmöglich erwiesen und eine so verstandene Schlachtfeld &#8211; Archäologie ist eine Fiktion &#8230; Der Oberesch (dort liegt der 400 Meter lange Wall), der ja auch kein klassisches Schlachtfeld ist, stellt im Gesamtkomplex Kalkriese bislang einen Sonderfall dar, da hier Fundmaterial zumindest teilweise bei Kampfhandlungen in den Boden gelangt sein dürfte ..&#8221;</p></blockquote>
<p>Herr Dr. Harnecker schreibt, dass eine Schlachtfeld Archäologie in Kalkriese eine Fiktion ist &#8230;  da eine gezielte Suche nach Spuren von Kampfhandlungen sich als unmöglich erwiesen hat &#8230;  ganz schön dürftig und erst recht zu wenig um den Anspruch auf den Ort der Varusschlacht erheben zu können.</p>
<p>Warum nur wurden solch ernstzunehmende Stimmen aus den eigenen wissenschaftlichen Reihen in Kalkriese überhört,  ja ignoriert?</p>
<p>Wie kam man angesichts solcher Aussagen in Kalkriese trotzdem zu der unhaltbaren Feststellung, man sei der Ort der Varusschlacht &#8211; und hat sich auch noch für das  „Jubiläumsjahr&#8221;  das Thema Konflikt unter den Nagel gerissen und mit Millionen von öffentlichen Geldern vergolden lassen&#8230;?</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=179</link>
			</item>
	<item>
		<title>2009 &#8211; abgezockt und Kasse gemacht. Das politische Verständnis von Nachhaltigkeit</title>
		<description><![CDATA[<h3>Das Jahr der vertanen Chancen für die LipperInnen</h3>
<h4>von Christian Hinder</h4>
<p>Die Varusschlacht &#8211; was für ein Thema, was für ein Potential: Geschichte, Emotionen pur. Wie hat man die sich bietende, einmalige Gelegenheit für unsere Region genutzt?</p>
<p>Zahlreiche Jahre der Planung und Vorbereitung, mindestens seit 2004, haben sich die Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung Zeit genommen und was ist dabei für die Menschen und die Gäste der Region herausgekommen?</p>
<p>Einzig zu einer zig millionenschweren, teuren „Sonderausstellung&#8221; haben es die Verantwortlichen geschafft. Finanziert aus Steuergeldern. Für genau eine Saison &#8211; das sind 6 Monate.  Aufwand und Ertrag stehen in einem Top-Verhältnis!<br />
<!--more--><br />
Tote Gegenstände in einer ebenso leblosen Umgebung. Geschichte wahrhaft lebendig und hautnah in Szene gesetzt&#8230;. Sehr familienfreundlich. Mehr fällt dem Team des Detmolder Landesmuseums und den „Museumspädagogen&#8221; nicht ein. Super Leistung. Dafür gab`s Millionen von öffentlichen Geldern. Das sich bietende Potential des spannenden Themas auf den Punkt „voll erfasst&#8221; und ebenso umgesetzt&#8230;. eine Sonderausstellung von europäischem Rang.</p>
<p><strong>Der Hermann als Gartenzwerg!</strong></p>
<p>Ob das den Gästen aus Hamburg, Dortmund oder München reichen wird, nach Lippe zu kommen?</p>
<p>Werden die Hamburger oder Bayern das Thema annehmen oder gar verstehen&#8230;. „Mythos&#8221;&#8230;&#8230;?!</p>
<p><strong>Kurioses</strong> am Rande. Ein Gast muss für den Besuch der Sonderausstellung „Mythos&#8221; Eintritt zahlen &#8211; so verdient man doppelt an denen, die das Museumsprojekt, durch ihre Steuergelder finanziert, erst ermöglicht haben&#8230;.  und zur Belohnung dann auch noch Eintritt zahlen dürfen.</p>
<p>Es kommen einem die Tränen, Angesicht der genialen Kreativität und dem sprühenden Ideenreichtum aller Verantwortlichen und Beteiligten. Niedergeschrieben in dem Veranstaltungskalender mit echtem Eventcharakter für interessierte Gäste 2009.</p>
<p><strong>Hau den Hermann</strong> &#8211; so lautet ein Programmpunkt. Wer hat sich so etwas nur ausgedacht?!  Warum nicht gleich Sponge Bob Hermannkopf&#8230;?<br />
(wer wohnt auf der Grotenburg hoch überm Meer&#8230;.?)<br />
Oder:  Fluch der Wälder &#8211; Hermann, der Jack Sparrow des Teutoburger Waldes.</p>
<p>Angesichts solch geistiger „Höhepunkte&#8221; werden der Einzelhandel und die Gastronomie der Innenstädte der Region ganz sicher hell auf begeistert und ebenso erfreut sein &#8211; die Gäste werden in die Region nur so strömen, Radio Lippe wird die Massen an Besuchern mit Radiomeldungen darauf hinweisen müssen, bitte Ausweichparkplätze anzufahren, da die der Innenstadt belegt sind&#8230;.. die Einnahmen werden in den Kassen nur so klingeln, die Umsätze sprudeln und überall trifft man auf zufriedene Gesichter.</p>
<p><strong>Lippe 2009 &#8211; ein echtes Varus Sommermärchen, ein Quell der Freude&#8230;? </strong></p>
<p>Weit gefehlt. Wie oben schon dargestellt liest sich der Veranstaltungskalender 2009 eher wie ein Offenbarungseid vertaner Chancen und Möglichkeiten. Fügt sich nahtlos in das Krisenjahr 2009 ein.</p>
<p>Bereits im Jahr 2004 wurde bekanntlich im Kreistag des Kreises Lippe beraten und man einigte sich auf das Thema „Mythos&#8221; für unsere Region. Nach vorheriger Anhörung der zuständigen Kreisarchäologin zum Sachstand der Varusschlachtforschung. Die Folge war der „ Mythos&#8221;&#8230;.</p>
<p>Niedersachsen bekam vom Kreistag Lippe freiwillig und ohne Not das Thema „Konflikt&#8221; geschenkt &#8211; <strong>wer hat da wem geholfen?</strong></p>
<p>Was bereits 1997/98 die Ministerien der Länder Niedersachsens und NRW`s eingeleitet hatten, beschloss nun auch der Kreistag in Lippe. Verlegung des Ortes der Varusschlacht ins Osnabrücker Land.</p>
<p>Die vielen Millionen an öffentlichen Geldern nimmt man politisch korrekt in einem Zuge gleich gerne mit. Wie aufrichtig.</p>
<p>So ist sie halt, so funktioniert sie, die Politik. Abgezockt. Am Ende werden sich die Verantwortlichen auch noch gegenseitig auf die Schultern klopfen und sagen, das haben wir wieder juuut jemacht, Supererfolg, Superjahr 2009, alles richtig gemacht.  Ach ja, nur die auswärtigen Gäste fehlten&#8230;  nun ja, die haben das Thema nur nicht richtig verstanden, selbst Schuld das sie nicht hier waren&#8230;.  wir haben auf jeden Fall alles richtig gemacht&#8230;  weiter so! Immer weiter so!</p>
<p>Es drängt sich daher der Eindruck auf, dass man das Thema „2009&#8243; seitens der Verantwortlichen eigentlich gar nicht wirklich wollte. Zu schwer wiegt das politische Erbe&#8230;               A propos politisches Erbe, hierzu greift man ganz tief in die Trickkiste der Provinz, Herrmann van Veen wird&#8217;s an ein paar Tagen im September schon politisch korrekt richten, dafür gab`s  dann auch noch Millionen.</p>
<p>Ein Gewinner 2009 steht somit schon im Vorfeld fest und hat bereits kräftig Kasse gemacht:  Die öffentliche Verwaltung. Wenn also einer alles und andere gar nichts bekommen, dann heißt das in der politischen Sprache:</p>
<p align="center"><strong>N A C H H A L T I G K E I T !!</strong></p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=178</link>
			</item>
	<item>
		<title>Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt…</title>
		<description><![CDATA[<h3>Ein Kommentar zur Eröffnung der Ausstellung „Mythos Varusschlacht&#8221; in Detmold</h3>
<h4>von Christian Hinder</h4>
<p>Etwas verloren und sichtlich unwohl fühlend wirkte die Kanzlerin während ihres Besuchs in Detmold. Anlässlich der Eröffnung der  „Sonderausstellung von europäischem Rang&#8221; im Lippischen Landesmuseum, war sie mit einem Hubschrauber eingeflogen .</p>
<p>Wie sollte sich Frau Merkel als eine gelernte Physikerin auch sonst fühlen, die es von Haus aus gewohnt ist naturwissenschaftlich (Gebot der Logik) zu denken,  angesichts einer Ausstellung, die ein künstlich geschaffenes Thema  „Mythos&#8221;  in den Mittelpunkt stellt (wie plausibel „logisch&#8221; ist das Ganze&#8230;?)</p>
<p>„Unwohlsein&#8221;  ist wohl der richtige Ausdruck und drückt das Gefühl aus, was einem überkommen muss, wenn man sich mit dem Hintergrund und der Entstehungsgeschichte der „Jubiläumsfeierlichkeiten 2009&#8243;  auseinandersetzt.<br />
<!--more--><br />
Dieses Unwohlsein ist denen sicherlich fremd, die sich eifrig wie Satelliten um einen Stern, um die Kanzlerin scharrten, in der Hoffnung von ihr zur Kenntnis genommen zu werden und ihre Gunst , wenn auch nur für einen Moment zu erhaschen &#8211; früher hätte man diese Leute als „Hofschranzen&#8221; bezeichnet.</p>
<p>Ein sichtlich emotionalisierter Museumsleiter zeigte sich überglücklich und betroffen zugleich, hätte er Frau Merkel doch gerne die ganze Ausstellung gezeigt&#8230;.  stellt doch der Besuch der Kanzlerin eine ganz besondere Ehrung dar,  ganz sicher der Höhepunkt eines verbeamteten Lebens in der Provinz.</p>
<p>Politik funktioniert eben anders und hat mit dem Gebot der Logik wenig gemein. Erst recht, wenn es sich wie bei der Varusschlacht um ein historisch besonders schwieriges (deutsches) Thema handelt. Ein unverkrampfter Umgang sieht anders aus.</p>
<p>Die Menschen in Lippe dürfen das mit dem politisch motivierten und zugeteilten Thema „Mythos&#8221; schmerzlich erfahren. Politisch durch die Ministerien der Länder NRW´s und Niedersachsens seit 1997/98 entschieden wurde die „Schlacht&#8221; ins niedersächsische Kalkriese verlegt. Man macht sich eben die Welt, wie sie einem gefällt…. Dafür gab es dann viele Millionen Euro an öffentlichen Geldern &#8211; seid umschlungen Millionen. Schweigegeld oder Gratifikation für wissenschaftliche Fehlentwicklungen?</p>
<p>So wie die Kanzlerin gekommen war verschwand sie dann auch wieder. Kurz und bündig. Das sagt dann auch schon alles&#8230;.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=177</link>
			</item>
	<item>
		<title>Freilegung Kulturdenkmal &#8220;Hohlweg Große Egge&#8221;</title>
		<description><![CDATA[<h4 align="left">von Andreas Otte</h4>
<h3 align="center">Einleitung</h3>
<p>Seit dem 30.8.2008 wird auf dem Pass der  &#8220;Großen Egge&#8221; bei Horn oberhalb der Externsteine planmäßig ein alter Hohlweg durch eine Gruppe von Freiwilligen freigelegt. Nach einem Tipp von Herrn Tiggelkamp wurde bereits am 16. und 17.4.2005 in einer ersten Voruntersuchung der Felsboden mit Gleisspuren gefunden. Dieser Erfolg führte dazu, dass die planmäßige Freilegung in Angriff genommen wurde. Das Ergebnis der ersten Freilegungsphase übertraf bereits alle Erwartungen.</p>
<p>Grundeigentümer der Geländestelle ist der Landesverband Lippe, das Projekt wird fachlich begleitet von der  LWL-Archäologie für Westfalen-Außenstelle Bielefeld und dem LLM Detmold.</p>
<p>Das Freilegungsteam „Zeitenspringer in Westfalen&#8221; besteht aus Anga Beaufort, Marianne Koch (bis 11/08), Galina Romm, Jan Beaufort, Ewald Ernst, Ludger Funke, Herbert Helmecke und Andreas Otte (bis 05/09). Projektleiter ist Ewald Ernst.</p>
<p>Der folgende Bericht ist kein offizieller Bericht des Freilegungsteams, sondern eine Zusammenstellung von Texten, Bildern, Daten und Aufzeichnungen zum Projekt basierend auf der Mappe zum Pressegespräch vom 29.4.2009 beim Felsenwirt an den Externsteinen.<br />
<!--more--></p>
<h3 align="center"> Fakten zum „Hohlweg Große Egge&#8221;</h3>
<ul>
<li>
<p align="left">liegt auf der Passhöhe (375 m) der Verbindung Horn &#8211; Externsteine &#8211; Große 	Egge &#8211; Oesterholz &#8211; Paderborn</p>
</li>
<li>
<p align="left">erhaltene Länge: ca. 120 m</p>
</li>
<li>
<p align="left">ist ein in den Kalkstein geschlagenes Bauwerk</p>
</li>
<li>
<p align="left">5 	- 6 m hohe, steile Wände im unteren Teil</p>
</li>
<li>
<p align="left">Gleisspuren im Felsboden, Abstand durchgängig 1,4 m</p>
</li>
<li>
<p align="left">speziell eingebrachter „scharfer&#8221; Sand mit Kieselsteinen in den Geleisen</p>
</li>
<li>
<p align="left">bisher ca. 150 Metallfunde (Hufeisenfragmente, Hufnägel, Kopfnägel, 	Radnägel, undefinierte Wagenbeschlagteile, usw.)</p>
</li>
<li>
<p align="left">bisher kein mit Sicherheit datierbarer Fund</p>
</li>
</ul>
<h3 align="center">Impressionen</h3>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg01.jpg" alt="Bestandsaufnahme 2005" /><br />
Abb.1: Bestandsaufnahme im April 2005 (Ursprungszustand)</div>
<div align="left"></div>
<div align="left"></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg02.jpg" alt="Probefreilegung April 2005" /><br />
Abb. 2: Probefreilegung und Auffindung des Felsbodens<br />
mit Andeutung von Gleisen (April 2005)</div>
<div align="left"></div>
<div align="left"></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg08.jpg" alt="1. Freilegungsphase September 2008" /><br />
Abb. 3a: 1. Freilegungsphase  September 2008</div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg40.jpg" alt="Arbeit" /></div>
<div style="text-align: center">Abb.3b: Freilegung September 2008</div>
<div align="left"></div>
<div align="left"></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg09.jpg" alt="Noch viel Arbeit im unteren Bereich, November 2008" /><br />
Abb. 4: Noch viel Arbeit im unteren Bereich, November 2008</div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg10.jpg" alt="Freigelegtes Teilstück im Mittelteil, November2008" /><br />
Abb. 5: Freigelegtes Teilstück im Mittelteil, November 2008</div>
<div align="left"></div>
<div align="left"></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg03.jpg" alt="Blick in den freigelegten Weg vom Pass aus (April 2008)" /><br />
Abb. 6: Blick in den freigelegten Weg vom Pass aus (April 2009)</div>
<div align="left"></div>
<div align="left"></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg04.jpg" alt="Blick von unten in den Weg (April 2008)" /><br />
Abb. 7: Blick von unten in den Weg (April 2009)</div>
<h3 align="center">Geographie und Lage</h3>
<p>Der Hohlweg wurde bereits 1979 aufgenommen und wenig später zum Kulturdenkmal erklärt. Er ist in der 1:5000 Deutschlandkarte eingetragen.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg05.jpg" alt="Karte 1:5000 von der “Großen Egge”" /><br />
Abb. 8: Karte 1:5000 von der &#8220;Großen Egge&#8221;</div>
<div align="left"></div>
<div align="left"></div>
<p>Der Hohlweg befindet sich auf der direkten Verbindung Horn &#8211; Externsteine &#8211; Oesterholz &#8211; Paderborn. Heute handelt es sich um Wald- und Forstwege, früher muss dieser Wegabschnitt eine viel höhere Bedeutung gehabt haben.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg06.jpg" alt="Übersicht" /><br />
Abb. 9: Ausschnitt Messtischblatt Horn 1:25000</div>
<p>Das Gestein am Pass ist relativ weicher Kalkstein, gelegentlich durchzogen von Streifen härteren Kalksteins.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg07.jpg" alt="Aufmaß 2005" /><br />
Abb. 10: Aufmaßskizze des Weges aus dem April 2005</div>
<h3 align="center">Erste Beobachtungen</h3>
<p>Nach Ausräumung des Schuttes fand sich im gewachsenen Fels auf 120 m eine Geleisespur mit 140 cm Abstand. Diese Spurbreite wird genau eingehalten. Die Rinnen sind im mittleren und unteren Teil des Weges glatt geschliffen. In den Rinnen fand sich ein für die Gegend untypischer &#8220;scharfer&#8221; Sand mit runden Kieselsteinen. Sand kommt dort sonst nicht vor und Steine sind üblicherweise scharfkantig. Der Rinnenbelag wirkt künstlich eingebracht zur Erhöhung des Fahrkomforts.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg11.jpg" alt="Geleisespur im Innenradius" /><br />
Abb. 11: Geleisespur im Innenradius</div>
<p>Der Weg weist Spuren von Bearbeitung auf. Entweder ist der Weg komplett in den Fels eingebracht worden oder es wurde eine vorhandene Felsspalte genutzt. In jedem Fall  wurde mit viel Aufwand die Benutzbarkeit dieses Weges her- und sichergestellt.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg131.jpg" alt="Geleisespur im Außenradius, Mittelteil" /><br />
Abb. 12: Geleisespur im Außenradius, Mittelteil</div>
<p>Im oberen Bereich des Weges wurden Reparaturspuren sichtbar. Der Weg ist mit Kalkmörtel vermischtem auswärtigen Schotter teilweise verfüllt worden.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg12.jpg" alt="Reparaturstelle im oberen Bereich" /><br />
Abb. 13: Reparaturstelle im oberen Bereich</div>
<p>Im unteren Bereich des Weges wurde an einem harten Gesteinsbrocken eine glatte senkrechte Fläche freigelegt, die im ca. 80° Winkel vom Weg wegzeigt. Die Fläche weist Spuren eines Mörtels oder von Sinter auf. Die Substanz muss noch untersucht werden. Die Fläche ist möglicherweise der Rest eines frühen Entwässerungskanals, der inzwischen allerdings höher liegt, als die Fahrspuren. Oder es ist ein seitlicher, abgetreppter Zugang zum Hohlweg.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg15.jpg" alt="Glatte Fläche im unteren Bereich" /><br />
Abb. 14: Glatte Fläche im unteren Bereich</div>
<p>Im Mittelteil des Weges finden sich im Innenradius, etwa an der  Stelle der ersten Probefreilegung seitliche Schleifspuren von Wagenrädern.</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg14.jpg" alt="Seitliche Schleifspuren der Wagenräder" /><br />
Abb. 15: Seitliche Schleifspuren der Wagenräder</div>
<h3 align="center">Funde</h3>
<p>Bisher (Stand Ende April 2009) wurden über 150 Metallfunde im Hohlweg gemacht. Es handelt sich zum größten Teil um Fragmente von Hufeisen, Radnägel, Kopfnägel und diverse andere Beschlagteil, die Wagen zugeordnet werden können. Keramikfunde, oder datierbare Münzfunde wurden bisher nicht gemacht. Hier eine Auswahl von Funden, jeweils im Zustand nach der ersten Grundreinigung und vor der Restaurierung/Konservierung:</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg16.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg17.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg18.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg19.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg20.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg21.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg22.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg23.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg24.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg25.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg41.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center">Abb. 16-27: Fundstücke, unrestauriert</div>
<div style="text-align: center">
<h3>Fund einer Römermünze im Hohlweg</h3>
</div>
<p>Karte und Beiheft in [Hohenschwert 1978] liefern interessante Hinweise zu einer möglichen ersten identifizierbaren Nutzung des Weges. Das Beiheft identifiziert einen roten Kreis als römische Münze. Im Korzus [Korzus 1973] findet sich auf Seite 42 ein Titus Dupondius aus dem Jahre 80 n. Chr. mit folgender Anmerkung:</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg28.jpg" alt="Fundstück" /></div>
<div style="text-align: center">Abb. 28: Hohenschwert-Karte 1978</div>
<blockquote><p>Am 17.6.1956 zwischen den Steinen in einem tief eingeschnittenen Hohlweg im Staatsforst Horn gefunden (Mbl. Horn: 192 mm v. W., 156 mm v. N.). Privatbesitz Detmold. &#8211; Lipp. Mittlgn. 26, 1957, 8; Fundakten im Lippischen Landesmuseum Detmold; Fundakte MüLKK.</p></blockquote>
<p>Die Angaben für das Messtischblatt Horn 1:25000 ergeben einen 100% Treffer für den Hohlweg, so dass also hiernach davon auszugehen ist, dass im jetzt freigelegten Hohlweg bereits 1956 eine römische Münze gefunden wurde. In den Lippischen Mitteilungen (1957) ließt sich der Fund so:</p>
<blockquote><p>20. &#8211; 1956. Auf der Großen Egge bildet die alte Paßstraße Horn-Paderborn mehrere 1-2 m tief in den Fels eingeschnittene Hohlwege. In einem dieser &#8211; heute totgelegten &#8211; Stränge fand Ferdinand Seitz eine römische Münze zwischen den Steinen liegend. Das Stück ist sehr schlecht erhalten, so daß Dr. Berghaus, Münster, den Fund nur mit Vorbehalt dem Kaiser Elagabel (218-222) zuschreiben wollte. FM und FV: Ferdinand Seitz, Detmold  (Lipp. LM: LU. 124). [Lipp. M, 1957, Seite 8]</p></blockquote>
<p align="left">Die Fundakten des Lippischen Landesmuseums ergeben dagegen, zumindest was den Fundort betrifft, ein höchst widersprüchliches Bild. Als Ortsteil ist der Bellenberg angegeben, handschriftlich korrigiert zu „Große Egge&#8221;, Landesforst Horn. Als Fundumstand wird „gefunden beim Hohlweg im Wald&#8221; angegeben, nicht „im Hohlweg&#8221;. Als Fundplatz sind die Koordinaten 2 mm v. Ost und 123 mm v. Nord auf dem Meßtischblatt Horn angegeben, allerdings gestrichen und mit gleicher handschriftlicher Hand zu 185 mm v. West und 156 mm v. Nord korrigiert. Diese Koordinaten wurden dann von dritter Hand in die Koordinaten des 1:5000 Blattes „Große Egge&#8221; der Deutschen Grundkarte umgerechnet. Dieser Ort ist etwa 200 m westlich der Korzus-Angabe in einem Areal, das zwar auch Hohlwegstrukturen aufweist, für welche die Fundbeschreibung „tief eingeschnitten&#8221; jedoch deplatziert sind. Die Münze wurde am 24.7.1956 an Herrn Seitz zurückgegeben, nachdem sie durch Dr. Berghaus bestimmt wurde. Die abweichende Bestimmung zwischen 1956 und 1973 lässt eine Neubestimmung vermuten, wie auch eine korrigierte Verortung.</p>
<h3 align="center">Einordnung in das umgebende Wegenetz und Umgebungsfunde</h3>
<h4 align="center">Der Hellweg über Paderborn – Horn</h4>
<p>Hermann Banasch (1972): Das Bistum Paderborn unter den Bischöfen Rethar und Meinwerk, Paderborn, Seite 6 schreibt:</p>
<div align="center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg29.jpg" alt="Banasch" /><br />
Abb. 29: Banasch 1972</div>
<p>Josef Koch zitiert Banasch 1977 in „Frühe Verkehrsstraßen in der östlichen Westfälischen Bucht“ und stellt im Kapitel 4 „Die Frage nach den Urstraßen“ die Frage: „Wo lag der &#8216;Paß von Horn&#8217; ?“</p>
<p>Bei Copei, Fr.: Frühgeschichtliche Straßen der Senne. In: Mannus, Jg. 30, (1938) S. 64-91 findet sich folgende Karte, beachtenswert ist die „Cöllnische Landstr.“:</p>
<div align="center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg30.jpg" alt="Copei-Karte" /><br />
Abb. 30: Senne-Straßenkarte aus Copei</div>
<h4 align="center">Grabung des Heimatvereins Schlangen-Oesterholz 2006</h4>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg31.jpg" alt="Grabungsbericht" /><br />
Abb. 31: LWL Neujahrsgruß  2007</div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg32.jpg" alt="Grabungsbericht Köllner" /><br />
Abb. 32: Grabungsbericht Köllner</div>
<h4 align="center">Der kleine Hünenring an der Grotenburg</h4>
<p>In Hohenschwert, Friedrich (1978): Ur- und frühgeschichtliche Befestigungsanlagen in Lippe, Lippische Studien, Band 4, Lemgo (+ Karte und Beiheft) findet sich diese Karte nach Hölzermann 1878:</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg33.jpg" alt="Hünenring" /><br />
Abb. 33: Der kleine Hünenring</div>
<p>Der Pfeil markiert die Durchfahrtstelle eines uralten Weges durch den Hünenring, dort finden sich Geleisespuren  mit einem Abstand von 1,4 m (Hohenschert, Seite 145). Der Ring wird frühmittelalterlich datiert.</p>
<h4 align="center">Die Hufeisen von Horn</h4>
<p>Bei Kanalarbeiten im Jahr 1875 und 1883, ferner bei Wasserleitungsarbeiten 1887 auf der Heerstraße und der Mittelstraße zu Horn sind wiederholt Hufeisen zu Tage gefördert worden, welche vom Herrn Baumeister Jacobi zu Homburg wegen ihrer Ähnlichkeit mit den in der Saalburg gefundenen für römisch erklärt worden sind. [Höfer 1888]</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg35.jpg" alt="Hufeisen von Horn" /><br />
Abb. 34: Die Hufeisen von Horn</div>
<h3 align="center">Hohlwegentstehung und -spurbreiten</h3>
<p>Arno Straßmann schreibt in „Hohlwege als historische Landschaftsbestandteile Westfalens“ (Heimatpflege in Westfalen, 17. Jahrgang, Heft 1/2004):</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg34.jpg" alt="Hohlwegentstehung" /><br />
Abb. 35: Zitat aus Heimatpflege in Westfalen</div>
<p>Der jetzt freigelegte Hohlweg auf der &#8220;Großen Egge&#8221; tritt wohl den Gegenbeweis zur Aussage von Straßmann an, denn die Gleise sind eindeutig mit Absicht in den Fels hineingeschlagen/angebracht worden.</p>
<p>Werner Heinz (2003) Reisewege der Antike, Stuttgart schreibt zur Frage der Spurbreiten von Geleisestraßen:</p>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg36.jpg" alt="Spurbreiten" /><br />
Abb. 36: Geleisespurbreiten</div>
<h3 align="center">Ähnliche Hohlwege</h3>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg37.jpg" alt="Geleisestraße des Oberen Hauenstein im Schweizer Baselland" /><br />
Abb. 37: Geleisestraße des Oberen Hauenstein im Schweizer Baselland</div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg38.jpg" alt="Römerstraße bei Klais" /><br />
Abb. 38: Römerstraße bei Klais</div>
<div style="text-align: center"><img src="http://www.logistik-des-varus.de/wp-content/uploads/hohlweg39.jpg" alt="Bacharach" /><br />
Abb. 39: Römerstraße Bacharach, Cüppers</div>
<h3 align="center">Ein erstes Fazit</h3>
<p>Sicher bekannt ist nur, dass der Hohlweg ca. 1810 außer Betrieb genommen wurde, als durch Fürstin Pauline zu Lippe ein Umgehungsweg auf einer Rampe angelegt wurde. Wer den Hohlweg gebaut hat und wann ist unbekannt. Die gefundene Römermünze gibt einen Hinweis, auch die Tatsache, dass es sich um ein echtes Straßenbauwerk handelt. Eine definitive Datierung erlauben diese Hinweise jedoch nicht. In jedem Fall ist es eine der eindrucksvollsten Altstraßen Ostwestfalen-Lippes.</p>
<h3 align="center">Ausblick</h3>
<p>Die Freilegung soll fortgesetzt werden. Interessant sind vor allem die beiden derzeitigen Enden, denn im oberen Bereich kreuzt die neu gebaute Straße, im unten Bereich ist es zunächst ein Baum, der mitten auf dem Weg steht.</p>
<p>Nächster Termin: <a href="http://www.aknw.de/tda2009/liste.phtml?modus=detail&amp;id=1556&amp;seort=Horn-Bad%20Meinberg" title="http://www.aknw.de/tda2009/liste.phtml?modus=detail&amp;id=1556&amp;seort=Horn-Bad%20Meinberg" target="_blank">Führungen am Tag der Architektur am letzten Juni Wochenende</a></p>
<h3 align="center">Danksagung</h3>
<p>Die Freilegung  des Hohlweges wurde unterstützt durch:</p>
<p>Stadt Horn: Friedhofsbagger, Aushubtransport, etc. Herren Block, Bein, Dreikandt, Lohmeier, Schönlau, Hoffmann, Penner, Eichmann, Reker, Gordon.<br />
Freiwillige Feuerwehr Horn-Bad Meinberg: 10 m³ Spülwasser, Herren Lührs, Albert, Haushahn<br />
Kreis Lippe, Katasteramt: GPS-Punkt (Bernd Holzgrewe)<br />
Staatsarchiv Detmold, Dr. Ruppert: Kartenrecherche<br />
Restaurator Detlef Bach, Winterbach: Beratung Eisenfunde<br />
Pit Elbracht, Horn-Bad Meinberg: Traktorhilfe<br />
Dr. Manfred Millhoff, Unna: Überlassung der Metallsonde<br />
PAM, Hürth, Helmut Herrmanns: Grabungshandy<br />
Kutschen Kühnle, Detmold: Geschenk Kutschenräder<br />
Heimatverein Frau Oelers-Albertin: Hufeisen aus Burgmuseum</p>
<p>In 2009 haben bisher zusätzlich mit freigelegt: Rudolf Schmidt, Günther Heinecke, Michael Mitterliner</p>
<p>CPD Bergheim am 17.4.2009: Severin Roden, Phillip Spohr, Dominik Ehlert, Dominick Krücken, Thomas Rahimi, Jan Donner, Alexander Winkler, Sebastian Grulke</p>
<h3 align="center">Literatur</h3>
<p>Banasch, Hermann (1972): Das Bistum Paderborn unter den Bischöfen Rethar und Meinwerk, Paderborn</p>
<p>Copei, Fr. (1938): Frühgeschichtliche Straßen der Senne. In: Mannus, Jg. 30</p>
<p>Cüppers, Heinz (2005): Die Römer in Rheinlandpfalz, Hamburg</p>
<p>Fundberichte (1957): Lippische Mitteilungen, Band 26, Detmold</p>
<p>Heinz, Werner (2003): Reisewege der Antike, Stuttgart</p>
<p>Hohenschwert, Friedrich (1978): Ur- und frühgeschichtliche Befestigungsanlagen in Lippe, Lippische Studien, Band 4, Lemgo (+ Karte und Beiheft)</p>
<p>Klais: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/e/e9/Roemerstrasse_bei_Klais.jpg</p>
<p>Koch, Josef  (1977): Frühe Verkehrsstraßen in der östlichen Westfälischen Bucht, Paderborn/Neuenbeken</p>
<p>Köllner (2006): Grabungsbericht Kölnische Landstraße</p>
<p>Korzus, Bernard (1973): Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland, Abteilung VI, Band 6, Berlin</p>
<p>Neujahrsgruß LWL 2007</p>
<p>Straßmann, Arno (2004): Hohlwege als historische Landschaftsbestandteile Westfalens in: Heimatpflege in Westfalen, 17. Jahrgang, Heft 1</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=134</link>
			</item>
	<item>
		<title>WB 15.4.09: Streit um die Varusschlacht Kriegsbeil endlich begraben</title>
		<description><![CDATA[<h4>Ein Kommentar von Ernst Wilhelm Pape</h4>
<p>Seit mehr als 20 Jahren wird in Kalkriese bei Osnabrück ein Schlachtfeld ausgegraben. Und seit dieser Zeit wird auch behauptet, dass sich in Kalkriese die legendäre Schlacht im Jahre 9 nach Christus ereignet hat. Doch bisher gibt es für diese Behauptung keinen historisch fundierten Beweis.</p>
<p>Diese klare Aussage wird nicht etwa von Wissenschaftlern und Forschern aufgestellt, die das Kampfgetümmel im Teutoburger Wald bei Lippe ansiedeln und denen somit Lokalpatriotismus unterstellt werden könnte. Nein &#8211; diese eindeutige Formulierung zum fehlenden Beweis stammt von den Trägern und Geldgebern der gemeinnützigen »Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH &#8211; Museum und Park Kalkriese« selbst, den Sparkassen im Osnabrücker Land und dem Landkreis Osnabrück.</p>
<p>Es wird endlich Zeit, noch vor Beginn der Ausstellungen zum Varusjahr 2009 das Kriegsbeil zu begraben. Detmold in Lippe und Kalkriese in Niedersachsen sind lediglich mögliche Orte der legendären Varusschlacht. Kalkriese sollte deshalb und gerade im Varusjahr seinen Alleinvertretungsanspruch aufgeben.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=133</link>
			</item>
	<item>
		<title>WB 15.4.09: »Es gibt keinen Beweis für Varusschlacht in Kalkriese«</title>
		<description><![CDATA[<h3>Ausgrabungen sollen historische Zusammenhänge klären</h3>
<h4>Von Ernst-Wilhelm P a p e</h4>
<p>O s n a b r ü c k (WB). Nach fast dreimonatigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück erneut ein Verfahren wegen Betrugsverdachts gegen den Geschäftsführer der »Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH &#8211; Museum und Park Kalkriese« eingestellt. Obwohl die Staatsanwaltschaft bereits 2007 nach einem ersten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Subventionsbetruges festgestellt habe, dass es keine Beweise für Kalkriese als Ort der legendären Schlacht vor 2000 Jahren gebe, werde in Kalkriese weiter das Gegenteil behauptet, hatte der Hobby-Archäologe und Verfasser mehrerer Schriften über die Varusschlacht, Gerhard Tiggelkamp (74) aus Bad Kreuznach, in einer Strafanzeige Ende Januar 2009 erklärt. Somit habe sich der Geschäftsführer der gemeinnützige GmbH, Josef Rottmann, öffentliche Gelder erschlichen, lautete der Vorwurf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben die maßgeblichen Förderer der »Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH«, die Stiftung der Sparkassen im Osnabrücker Land und der Landkreis Osnabrück, versichert, das es keine Anhaltspunkte für den Betrugsvorwurf gebe. Die Frage, ob die Varusschlacht in Kalkriese stattfand oder nicht, sei für die Gewährung von Fördermitteln überhaupt nicht entscheidend. Die Förderung erfolge nicht in der Erwartung, einen historisch fundierten Beweis für die Varusschlacht zu finden. Es sei auch nie behauptet worden, dass es bereits einen solchen Beweis gibt. Die Fördermittel seien vielmehr allein für die Untersuchung des Kalkrieser Gebietes und die Aufklärung der historischen Zusammenhänge bestimmt, erklärten die Geldgeber. Im Varusjahr 2009 wird vom 16. Mai bis 11. Oktober an drei Standorten, Kalkriese, Detmold und dem Römermuseum Haltern, an die Schlacht im Jahre neun nach Christus erinnert. In dieser Schlacht wurden römische Legionen unter der Führung des römischen Statthalters Varus von Hermann dem Cherusker (Arminius) und seinen Germanen vernichtend geschlagen. Die Schirmherrin des Varusjahres, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wird die Ausstellungen am Freitag, 15. Mai in Kalkriese und Detmold eröffnen.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=132</link>
			</item>
	<item>
		<title>Kalkriese bleibt bis auf weiteres Varianisch &#8211; Basta !!</title>
		<description><![CDATA[<h3>„Es werde Schlacht&#8221;  &#8211; Kalkrieses politischer Weg zum Ort der Varusschlacht</h3>
<h4>Ein Kommentar von Christian Hinder</h4>
<p>Nun ist es soweit, die Feierlichkeiten im Jahr 2009 zur Varuskatastrophe des Jahres 9 n.C. können alsbald beginnen. Nach all dem Trubel im Vorfeld  fällt den Verantwortlichen mindestens ein Stein vom Herzen.</p>
<p>Endlich kann es losgehen. Das durch die öffentliche Hand mit hohen  Summen an öffentlichen Geldern aus Steuereinnahmen  finanzierte und  ins Leben gerufene, künstliche Konstrukt  „Imperium-Konflikt-Mythos&#8221; wird im Mai eröffnet.</p>
<p>Mindestens 13,4 Millionen EUR haben die Verwaltungen der drei Standorte (Haltern, Lippe, Kalkriese) an Mitteln zugewiesen bekommen. Weitere öffentliche Gelder in Millionenhöhe sind geflossen.<br />
<!--more--><br />
Nur, wie kam es eigentlich dazu, dass man sich auf Kalkriese als neuen Ort der Varusschlacht einigte und eben diesen in der Öffentlichkeit über die üblichen zur Verfügung stehenden medialen Kanäle in die Köpfe der Menschen versucht einzuhämmern?  Was sind die Hintergründe, was die Motive?</p>
<p>Wer, wenn nicht die Politik wäre zu solch einer „Leistung&#8221; am besten im Stande?</p>
<p>Ausgangslage: Es werde Schlacht&#8230; !</p>
<p>Am Anfang steht immer eine Lüge. Du musst sie nur oft genug über die Schlüssel-Medien wiederholen. Irgendwann wird die Öffentlichkeit beginnen, die Lügen als Wahrheit zu schlucken &#8211; so hoffte man ganz sicher. Sich solcher Mechanismen zu bedienen hat sich im Laufe der Geschichte wiederholt bewährt, warum also diesmal nicht auch?</p>
<p>Da der Mensch nach dem immer selben Muster funktioniert, hat man sich eben dieser Muster bei dem Versuch bedient, einen neuen Ort der Varusschlacht in den Köpfen der Menschen zu etablieren.</p>
<p>Faktor: Macht</p>
<p>Wer hat die Macht einen solchen Apparat in Gang zu setzen, wer verfügt über solche Mittel?</p>
<p>Der Hintergrund ist eine politische Absprache aus den Jahren 1997/98, seinerzeit zwischen den Ministerien Gerhard Schröders und Wolfgang Clements, beide damals Landesväter der Länder Niedersachens und NRW`s. Man verständigte sich darauf, Kalkriese als den Ort der Varusschlacht festzulegen und alles was damit zu tun hat eben aus Lippe raus ins Osnabrücker Land zu verlegen.</p>
<p>Mit vorausschauendem Blick auf das Jahr 2009, wollte man eines auf gar keinen Fall:  das Hermannsdenkmal bei Detmold als Ort der Jubiläums Feierlichkeiten im Mittelpunkt stehend. Schock schwere Not&#8230;.</p>
<p>Also lief der „Apparat&#8221; an, ein Apparat  der in erschreckender Weise alle Merkmale eines diktatorisch gelenkten „Apparatschiks&#8221; aus scheinbar längst überwundener Zeit aufweist.</p>
<p>Aber warum das alles?</p>
<p>Die Antwort ist eigentlich ganz einfach und nicht wirklich schwer. In der intellektuellen Weltanschauung  und dem daraus abzuleitenden Verständnis eines strammen, altgedienten 68ers oder (Alt)Linken, ist das Hermannsdenkmal bei Detmold eine unerträgliche Provokation, manifestiert in Stein, eines der größtmöglichen Reizthemen schlechthin.  Ach wäre es doch im II. Weltkrieg den alliierten Fliegern  zum Opfer gefallen, dann hätten wir dieses „Problem&#8221; heut nicht mehr &#8211; mag so manch einer von ihnen klammheimlich gedacht haben.</p>
<p>Steht es für diese Menschen doch als körperlicher Beweis für „Völkische Bewegung&#8221; und Missbrauch des Denkmals während des Dritten Reiches.</p>
<p>Das Eine wie das Andere zeugt von einem  politisch deformierten Denken und  Handeln.  Bei dem Bemühen richtiges zu tun, hat man sich ganz schön unanständig verhalten.</p>
<p>Nutzt aber nix &#8230;   Selbstreflektion ist der Politik schon vom Grund auf  fremd und dass man sich bei der Wahl der Mittel ebenso wenig zimperlich zeigte wie der historisch vergangene politische Gegner, störte dort niemanden.</p>
<p>Intoleranz ist immer schlecht und ein ebenso mieser Berater. So nahm mal wieder eine Geschichtsklitterung der Nachkriegszeit ihren Lauf.</p>
<p>„Mama sagt, dumm ist wer dummes tut&#8221;</p>
<p>„Dumm ist wer dummes tut&#8221;  heißt es so schön in dem wunderbaren Kinofilm Forrest Gump.</p>
<p>Nur fällt das „Dumme&#8221;  hier nicht auf den ersten Blick auf, denkt man doch zunächst, dass man in einem demokratischen System lebt, dem man nichts schlechtes zutrauen mag und  der Wissenschaft und den politischen Würdenträgern bei ihren Aussagen Glauben schenken darf  &#8211; so ist man erzogen und mit diesem Wissen über bürgerliches  (Werte)Denken spielen eben diese Menschen ihre Spielchen.</p>
<p>In der Weise startete also der Versuch den neuen Ort der Varusschlacht mit Kalkriese zu etablieren. Der „Apparat&#8221; wurde bemüht und in Gang gesetzt.</p>
<p>Bis heute, ohne in Kalkriese jedoch irgendeinen wissenschaftlichen Beweis in den Händen zu halten, für die eigene These der Ort der Varusschlacht zu sein.           Nach über 20 Jahren Grabung.                                                                        Angesichts des eigentlich politischen Hintergrundes spielen diese ja auch eine eher untergeordnete Rolle, Hauptsache nicht Lippe bzw. das Hermannsdenkmal.  Was nach 2009 mit Kalkriese passiert, spielt bei den Überlegungen offensichtlich keine Rolle.</p>
<p>Getreu dem Motto: nach 2009 die Sintflut. Wer spricht dann noch über die geistigen Väter dieser Idee?  Was mit den Unsummen, welches das alles gekostet hat?   Egal, sind doch eh nur Steuergelder&#8230;..  längst ausgegeben und verbraten&#8230;&#8230;.  wen kümmert es&#8230;.   Wissenschaftler wurden mit Titeln glücklich gemacht, Busse mit Reisegruppen werden ins Osnabrücker Land gefahren, eine strukturschwache Region tritt vorübergehend in das Licht der Öffentlichkeit&#8230;..</p>
<p>Die heutigen Landesväter Christian Wulf und Jürgen Rüttgers müssen mit diesem „Erbe&#8221; ihrer altvorderen Amtsvorgänger leben und sind an die Absprachen gebunden.</p>
<p>Darauf wird natürlich eifersüchtig geachtet &#8211; wehe wenn die Wahrheit über Kalkriese zu früh das Tageslicht der Öffentlichkeit erblickt.  Der Status Quo muss 2009  gehalten werden!!  Nicht auszudenken wenn bis dahin was schief läuft.</p>
<p>Unter solchen Voraussetzungen darf man von den Jubiläumsfeierlichkeiten des Jahres 2009 alles erwarten &#8211; nur keine Glaubwürdigkeit &#8230; von Wahrheit oder Anstand  reden wir hier lieber nicht.</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=131</link>
			</item>
	<item>
		<title>WB 5.2.09: Betrug in Kalkriese?</title>
		<description><![CDATA[<h4>Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein</h4>
<p>Detmold/Osnabrück (WB/ewp). Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat gegen den Geschäftsführer der »Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH &#8211; Museum und Park Kalkriese«, erneut ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges eingeleitet. In einer Strafanzeige sei der Vorwurf erhoben worden, dass sich Kalkriese öffentliche Gelder erschlichen habe, sagte gestern Staatsanwalt Alexander Retemeyer. Die Träger und Geldgeber der GmbH, die Stiftung der Sparkassen im Osnabrücker Land und der Landkreis Osnabrück, würden im Rahmen der Ermittlungen um Stellungnahmen gebeten.<br />
<!--more--><br />
Obwohl die Staatsanwaltschaft bereits 2007 in einem ersten Ermittlungsverfahren festgestellt habe, dass es keine Beweise für Kalkriese als Ort der legendären Schlacht von 2000 Jahren gebe, werde in Kalkriese weiter das Gegenteil behauptet, heißt es in der Anzeige. In Kalkriese und dem lippischen Detmold wird am 15. Mai das Varus-Jahr 2009 eröffnet. In Kalkriese sind der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und EU-Parlamentspräsident Dr. Hans-Gert Pöttering zu Gast. In Detmold, wo seit 1875 das Hermannsdenkmal an den Sieg der Germanen über die Römer im Jahr 9 n. Chr. erinnert, spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).</p>
]]></description>
		<link>http://www.logistik-des-varus.de/?p=130</link>
			</item>
</channel>
</rss>
